Andere glücklich machen – Segen und Fluch!

von 6. Feb 2018

Zuerst: andere glücklich zu sehen ist etwas wunderbares. Auch der Wunsch, andere glücklich sehen zu wollen ist etwas wunderbares. Beides ist großartig und wünschenswert. Andere glücklich machen? Das ist eine völlig andere Geschichte!

Hier kommt das große ABER:

Wenn es so weit kommt, das du dich immer als Weg des geringsten Widerstandes siehst, über den die anderen zu ihrem Glück finden, dann geht etwas schief. Warum? Weil du niemals beeinflussen kannst, wo andere stehen.

Die Umstände sind ein Spiegel der energetischen Muster

Die Umstände, die andere erleben, hängen von ihren Schwingungs-Mustern ab – also von ihren Wahrheiten, Glaubenssätzen, ihren Sichtweisen über ihr Leben. Solange ihre Muster unverändert bleiben, so lange bleiben auch die Umstände unverändert.

Wenn du jetzt ganz pragmatisch helfend in ihre Umstände eingreifst, dann werden die Umstände kraft deiner Handlungsmacht zwar verändert, aber die Schwingungs-Muster eher nicht. Und das macht die Veränderung zu einer kurzfristigen, denn die unveränderten Schwingungs-Muster werden die unerwünschten Umstände wieder herstellen.

Du bist dann einfach nur das allopathische Medikament, welches kurzfristige Besserung ermöglicht. Erkauft mit einer erneuten Verschlechterung danach. So wie der Kranke dann immer wieder zum Medikament greifen muss, so braucht dein Gegenüber immer wider deine Hilfe.

Andere glücklich machen – Helfer-Syndrom und Co-Abhängigkeit

Solange sich das Schwingungs-Muster nicht ändert, wird dein Gegenüber nur noch abhängiger von deiner Hilfe. Und du? Du wirst jetzt Teil des Musters. Es etabliert sich ein Muster, welches deine Hilfe benötigt. So wird deine Hilfe mit ins Muster integriert – und zwar auch in dein Muster. Und so wirst du ebenfalls abhängig, helfen zu wollen. So entsteht Co-Abhängigkeit.

Abhängigkeit von den Umständen

Neben der »Abhängigkeit« von deiner Hilfe entsteht eine zweite Abhängigkeit, die noch schwerer wiegt: die Abhängigkeit von den Umständen. Die Wahnidee, bestimmte Umstände zu brauchen, um sich besser fühlen zu können, wird durch deine Hilfe nur noch größer.

Mit deiner Hilfe lebst du es ja vor: in dem du dich nur besser fühlen kannst, wenn es der Person (die gehört ja zu deinen Umständen) besser geht. Und dein Gegenüber erlebt, dass es sich erst besser fühlt, wenn du die Umstände verändert hast.

Da die Umstände sich auf diesem Wege aber langfristig weiter verschlechtern, scheint es keinen Ausweg zu geben. Dein Gegenüber verliert immer mehr den Zugang zu seiner eigenen Führung und du mit der Zeit auch.

Und am Ende?

Das ist jetzt hier sehr überspitzt und dramatisiert dargestellt. Und nichts, was bei den meisten so offensichtlich geschehen würde. Aber in der Summe vieler Jahre des Zusammenspiels führt dieses Muster zu folgendem Resultat:

Am Anfang stand der Wunsch, dein Gegenüber glücklich zu sehen. Am Ende – oft viele Jahre später – seid ihr beide unglücklich und macht euch beide gegenseitig dafür verantwortlich.

Diese Ohnmacht mussten schon viele feststellen, die »helfen« und andere glücklich machen wollten. Ich jedenfalls kenn sie sehr gut. Was kannst du also machen?

Einfach besser fühlen – lebe es vor!

Sei ein Vorbild mit deiner Art dich gut zu fühlen! Besser gesagt: mit deiner Fähigkeit, dich einfach besser fühlen zu können. Demonstriere durch dein so sein, dass einfach besser fühlen nichts mit einer Veränderung der Umstände zu tun hat.

Und das bedeutet: du übst dich darin, dich gut zu fühlen, auch dann, wenn dein Gegenüber gerade unschöne Umstände erlebt.

Das ist alles, was du machen kannst. Und das ist alles, was all jene brauchen, denen du Glück wünscht.

Wenn sie fühlen, dass du dich trotzdem gut fühlen kannst, auch wenn es ihnen nicht so gut geht, dann entlastet sie das.

Meist fühlt sich die Person, die gerade eine nicht so gute Zeit durchmacht, schuldig und verantwortlich dafür, dass sie die Stimmung der anderen negativ beeinflusst. Deshalb zieht sie sich ja immer mehr zurück, je schlechter es ihr geht.

Das größte Geschenk für die leidende Person ist es, wenn sie fühlt, dass sie nicht als Umstand und Grund benutzt wird für die schlechte Laune der anderen. Das entlastet sie enorm und macht es möglich, dass sie anfangen sich wieder zu öffnen.

Empathie?

Ja aber wo bleibt denn da die Empathie?

Ist dir schon mal aufgefallen, dass Empathie immer im Zusammenhang mit negativen Gefühlen benutzt wird? Keiner sagt: »Ich bin so emphatisch mit der Lebendigkeit und Freude, welche ich hier spüre.« Das sagt keiner.

Emphatisch meint immer: ich kann mich in die unerwünschte Situation einfühlen. Und nun? Jetzt geht es zweien schlecht. Auch wenn du soziales Lob bekommst, so bist du jetzt keine Hilfe mehr. Siehe oben. Dein Gefühl hängt jetzt auch an den Umständen (in die du dich hinein fühlst). Durch diese Art der Empathie verlieren die meisten ihre Führung und die aufkommende Hilflosigkeit wird mit dem Drang kompensiert, erst recht helfen zu wollen.

Empathie mit dem Erwünschten

Warum bist du nicht empathisch mit dem, was dein Gegenüber wirklich will? Warum bist du nicht empathisch mit dem höheren Selbst deines Gegenübers? Warum bist nicht emphatisch mit all der Großartigkeit, welche in deinem Gegenüber steckt?

Warum bist du nicht emphatisch mit dem Potential, welches sich dein Gegenüber erarbeitet hat durch die schweren Zeit? (Siehe Beitrag »Potentialentfaltung«) Warum bist du nicht empathisch mit der Lösung?

Warum bist du nicht die verläßliche Person, die unbeirrt beim Ziel steht und so deinem Gegenüber ein Leuchtturm ist, an dem er sich im Sturm seiner Gefühle orientieren kann?

Wenn dein Navigationsgerät den Zielort aufgibt, und ihn aus Empathie zu deinem aktuellen Standort durch den aktuellen Standort ersetzt, wie weißt du dann, wo es hingeht?

Empathie mit dem Gelingen

Was wird geschehen, wenn du Empathie entwickelst mit dem Ziel, dem Wunsch, dem Potential, dem Schöpferwirbel, dem höheren Selbst?

Du verläßt die Haltung des Scheiterns und begegnest deinem Gegenüber endlich mit der Haltung des Gelingens. Und das ist spürbar.

Jeder kann spüren, ob du an ihn und sein Gelingen glaubst.

Wenn er spürt, dass du etwas in ihm siehst, das er kennt, aber selbst aus den Augen verloren hat, dann fängt er an, sich zu erinnern.

So findet er zu seiner Führung zurück. Jetzt ändert sich das Muster und die Potentiale entfalten sich und gestalten Umstände die erwünscht sind.

Einfach besser fühlen ist manchmal hart. Vor allem, wenn wir die lieben, die sich gerade nicht besser fühlen. Aber wenn wir das trotzdem schaffen, dann fühlen nicht nur wir uns einfach besser, sondern die, die wir lieben auch. Einfach so, ohne dass sich an den Umständen etwas verändert hätte. Aber eben genau jetzt fangen die Umstände an, sich zu verändern.

Und der Bonus ist: über diese Erfahrung haben wir nicht nur die Verbindung mit unserer inneren Führung stabilisiert, sondern wir haben darüber hinaus auch unser Gegenüber inspiriert, das gleiche zu tun.

Einfach besser fühlen. Mach es einfach. Mach es jetzt!

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