Atemübung nach Wim Hof – Workout of the Week #9

von 30. Apr 2020

In der Workout of the Week-Reihe stelle ich einfache Übungen vor, die mit minimalen Aufwand einen überdurchschnittlich positiven Einfluss auf mein Wohlbefinden haben – und möglicherweise auch auf deines. Finde es heraus. Diesmal ein Atemübung von Wim Hof. Aufwand ca. 10 Minuten.

Lesezeit: 3–5 Minuten

Bild: ich

Wim Hof – the Iceman

 

Vielleicht ist dir Wim Hof auch bekannt als »the Iceman«. Er ist nur mit Shorts auf den Mount Everest und hält viele »Weltrekorde« wie lang man sich in irgendeiner Form Kälte ausliefern kann.

Ich bin schon seit Jahren ein begeisterter Fan von ihm und finde ihn als Typ einfach super. Wenn du mehr über ihn wissen willst (und das lohnt sich über die Maßen), dann kannst du hier auf seine Website. Es gibt unzählige YouTube-Videos in denen du ihn erleben kannst und mit dem unten verlinkten Video kannst du die vorgestellte Übung unter seiner sympathischen Anleitung mitmachen.

Atmen statt »meditieren«

Ich »meditiere« eigentlich gerne und meist regelmäßig auf meine unmethodische Art (siehe WoW#1). Aber in diesen Corona-Wochen wurde es für mich immer anstrengender, meine Gedanken im Zaum zu halten. Ich habe mich nach dem Meditieren nicht wirklich besser gefühlt. Und darüber habe ich die Lust ein wenig verloren und der Gedanke ans Meditieren hat ein Gefühl der Anstrengung ausgelöst.

In dieser »Not« ist mir wieder Wim Hof eingefallen. Diese Atemübungen hatte ich früher schon begeistert gemacht. Aber wie das eben so ist – zumindest bei mir – manches wird anfänglich aus einem guten Grund nicht gemacht. Und dann rutscht es in Vergessenheit.

Jedenfalls habe ich die Atemübung wieder angefangen und war wieder sofort begeistert. Ich mache sie jetzt seit zwei Wochen und ich bin super angetan, weil es ganz schnell und einfach gelingt, den Kopf frei zu bekommen, Lebenslust und Lebensenergie zu tanken und viel viel mehr in nur 10 bis 15 Minuten.

Atemübung – Was ist zu tun?

Du atmest dreizig Mal tief ein und aus. Tief meint erst in den Bauch und dann in Brust. Es hebt sich also erst der Bauch und dann die Brust. Also dreizig tiefe, aneinandergereihte Atemzüge auf die dann eine Atempause folgt.

Wenn du also beim letzten, den dreißigsten Atemzug ankommst, atmest du tief ein und vollständig aus und hält dann deine Atem für 30 Sekunden an. Nach 30 Sekunden Atmest du wieder tief ein und hält die Luft für 15 Sekunden in dir. Dann atmest du wieder aus und normal weiter.

Das ist eine Runde. In der Übung, die du unter Anleitung mit Wim Hof machen kannst, werden drei Runden gemacht. Es geht also wieder weiter mit 30 tiefen Ein- und Ausatemzügen. Dann wird die Luft 1 Minute angehalten. Und nach der dritten Runde dann 1 1/2 Minuten.

Das kannst du dann steigern, in dem du vier oder fünf Runden machst, dann mit 2 und 2 1/2 Minuten Atempause, oder indem du eben schon bei drei Runden mit einer längeren Atempause anfängst. Wie es eben für dich passt.

Du wirst erstaunt sein, wie lange du ohne Atmen auskommst. Ich empfehle dir es mindestens zu Anfang unter Wims Anleitung zu machen. Das ist erstens viel schöner und angenehmer und die Zeitintervalle sind schon vorgegeben, so dass du dich nicht mit einer Uhr hinsetzten musst, sondern alles für dich erledigt wird. Vor allem, wenn du dann mit dem Atmen aufhörst, ist es vor allem am Anfang gut, wenn da dann jemand zu dir spricht und dich auf dem laufenden hält, wie lange es noch ist.

Atemübung – Wann ist es zu tun?

Freilich immer so, wie es am Besten in deinen Alltag passt. Ich mache es am liebsten morgens, gefolgt von einer kalten Dusche. Also erst dusche ich warm und dann kalt.

Und wenn ich weiß, dass ich Sport mache, dann mache ich die Atemübung gerne direkt vor dem Sport.

Es ist auch sehr empfehlenswert am Abend vor dem Einschlafen. Aber wie gesagt: test es aus und finde für dich heraus, wann es gut passt und wie oft du es am Tag machen möchtest. Einmal ist ausreichen und alles andere ist ein Bonus.

Atemübung – Was wird passieren?

Du kannst dich bei Wim informieren, was das alles mit deinem Hormonsystem und mit deinem Immunsystem macht. Da gibt es Studien mit ganz viel Daten. Tut halt außerordentlich gut.

Was mir daran gut tut, ist folgendes:

  • nach diesen zehn Minuten habe ich einen freien erfrischten Kopf.
  • ich fühle mich danach lebendig und vitalisiert.
  • es findet sich eine positive, lebensfrohe Grundhaltung.
  • in den Phasen des Nichtatmens fühle ich mich ganz bei mir und erlebe eine Stille und Ruhe die ich auch mit spirituellen Superlativen beschreiben könnte.

Ich wusste nicht, dass ich 2 1/2 Minuten ohne Luft auskomme und dabei entspannt sein kann. Freilich nicht sofort, aber du wirst sehen, dass es schnell vorangeht und die Zeit ohne Luft immer länger wird.

Bei mir war es anfänglich so, dass ich nach dem Ausatmen und dann Anhalten eher verkrampft in der Bauchregion war und es sich anstrengend anfühlte. Die Muskulatur wird ja beim Ausatmen angespannt und wenn danach nichts mehr passiert, dann bleibt sie erst mal angespannt und das war für mich komisch.

Eigentlich ist es leicht, die Bauchmuskulatur wieder zu entspannen ohne zu atmen. Aber das musste ich erst herausfinden. Und als sich das gab, war es mir einfach möglich, mich in diese Zustand der Ruhe hinfallen zu lassen.

Und alles, was dann kommt, will ich hier gar nicht beschreiben, weil es sicherlich für dich anders ist, als für mich. Ausserdem ist für mich schwer es in Worte zu fassen. Jedenfalls ist es für mich großartig. Deshalb schlage ich es dir ja auch vor.

Einfach besser fühlen und glücklich sein geht ganz einfach und in 10 Minuten. Du wirst sehen: deine Gefühlslage ist danach deutlich besser. Egal wie schlimm sie vorher war.

Michael Antoni

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