Eine Auszeit nehmen – Mikro-Urlaub

von | 19. Mrz 2019

Eine Auszeit nehmen ist ganz einfach: gönn dir einen Mikro-Urlaub. Sie sind weder teuer noch ausgebucht. Sie durchbrechen deine Alltagsroutine und verschaffen dir kleine, aber wichtige Freiräume. Sie erfrischen und betanken dich. Sie sind unverzichtbar und mindestens ich kann es mir nicht leisten auf sie zu verzichten.

In diesem Artikel erfährst davon, was Mirko-Urlaube für mich sind, wie ich sie buche, wie ich sie gestalte und warum sie für mich die beste Antwort sind auf Stress und Überforderung.

Lesezeit: 4–6 Minuten

Bild: ich

Eine Auszeit nehmen in Italien

 

Beim Schreiben dieser Zeilen sitze ich im Café. Das ist nichts besonderes. Ich mache das gerne. Das Besondere daran ist, dass ich eigentlich auch Zuhause sein müsste.

Bei uns zu Hause hat sich der Krankenstand verschärft: die Tochter mit einem frischen Bänderriss muss still liegen, die Frau mit den Folgen eines Mittelhandbruchs ist noch in der Rekonvaleszenz und der Sohn hat sich heute mit einem Magen-Darm-Infekt ebenfalls in den Krankenstand gesellt.

Eigentlich müsste ich bei meinen Kindern sein. Ich habe extra den Montag vormittag freigeschaufelt, damit ich für sie da sein kann. Uneigentlich kommen sie aber auch gut ohne mich zurecht. Der Sohn weiß wie er seine Kügelchen nehmen muss und hat seinen Tee. Die Tochter hat ihr Essen und kann mit allem versorgt zwei, drei Stunden liegen. Die Frau tut sich was Gutes und ist bei einer Fortbildung.

Und ich? Eine Auszeit nehmen? Ja, unbedingt. Ich sitze jetzt im italienische Café bei Toni, mache einen Mikro-Urlaub und schreibe diese Zeilen. Im letzten halben Jahr habe ich den Segen dieser super kleinen Auszeiten schätzen gelernt.

Auszeit nehmen ist Stimmungshygiene

Wenn du so als »Gesunder« die Fahne hochhältst, dann bist du nicht nur für die Dinge verantwortlich, die erledigt werden müssen und die du für die Anderen mit übernimmst, sondern auch für die Stimmungslage. Nicht für deren Stimmungslage, aber für die gesamte Stimmungslage zuhause oder so sonst wo.

Ich habe immer schon das Gefühl, dass ich mich für die Gefühlslage in der Familie zu kümmern habe. Warum? Lange Geschichte. Und die führt dazu, dass ich das einfach kann und es mir heutzutage leicht fällt.

Die Stimmung in einem System kann schnell kippen, wenn alle sehr mit sich beschäftigt sind und sich das Leben für sie gerade nicht so leicht gestaltet.

Stimmungshygiene ist dann super wichtig und hier bin ich der große Reinemacher.

Ich behaupte Mal: mit mir fällt es anderen sehr leicht, sich besser zu fühlen.

Aber: um das zu können, muss meine Stimmung eben auch gut sein – oder eben einfach besser als die meines Gegenübers. Deshalb brauche meine Mikro-Urlaube und muss mir meine Auszeiten nehmen.

Alternative: im Helfersyndrom ausbrennen

Und ich kann aus Erfahrung sagen: wenn du nur noch im Pflegen-Kümmern-und-Pflichten-erledigen-Modus bist, kannst du dein eigenes Wohlgefühl nicht aufrecht erhalten (mindestens ich nicht). Dann brennst du super schnell aus und kannst nur hoffen, dass dir vielleicht Causticum als homöopathisches Mittel hilft. Aber so weit muss es nicht kommen.

Das Auszeit nehmen mit einem Mikro-Urlaub beschützt dich und ist das Beste, Schnellste und Einfachste, was du für dich tun kannst (musst).

Eine Stunde – all inklusiv

Wie schaut so ein Mikro-Urlaub aus? Ganz einfach: genau so wie ich ihn heute genommen habe.

Alle sind so weit es geht versorgt. Jetzt braucht es frische Lust um die Nase. Statt dann zu Hause zu bleiben und abrufbereit zu sein, ist es für mich wichtig raus aus dem Kontext zu kommen. Auszeit nehmen bedeutet für die allermeisten Fälle: Ortswechsel.

Bei mir in Berlin ist das leicht: ich gehe aus dem Haus und habe unzählige Möglichkeiten in kürzester Reichweite. Einen Espresso bei Toni? Ein Spaziergang durch den Park. Eine kleine Foto-Safari durch die Straßen von Berlin, um das Auge zu schulen. Ein leckeres Rührei im Taubenschlag. Einen Workout zu Hause oder gar im Park. Ein paar Zeilen schreiben im Café, in der S-Bahn, im Park, auf dem Friedhof oder in der Praxis. Essen gehen beim Inder und so weiter.

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Auszeit nehmen – Efeu betrachten.

Auszeit nehmen – die Bahn wegfahren lassen.

Auszeit nehmen – Frühlingsfarben genießen.

 Ich versuche immer eine Auszeit von mindestens einer Stunde zu nehmen. Wenn mehr möglich ist, ist das schön, wenn weniger möglich ist, warte ich meist ab, bis ich mindesten die eine Stunde für mich haben kann.

Falls die eine Stunde nicht in Sicht ist, dann eben die halbe. Die Zeit ist schon wichtig, aber noch wichtiger ist die Haltung. Und mit der Haltung eines Urlaubers geht auch eine halbe Stunde.

Die innere Haltung für den Mikro-Urlaub

Meine innere Haltung ist dann wirklich die des Urlaubers. Ich fühle mich frei und ungebunden für diese eine Stunde.

Dieser absichtliche Bruch im Alltag tut mir gut. Damit fühle ich mich nach diesem Mikro-Urlaub wirklich erholt, erfrischt und wieder bereit, das gut weiter zu machen, was zu tun ist.

Ich habe das Gefühl, dass ich diese Frische, diese Leichtigkeit, dieses »Einfach besser Fühlen« mit nach Hause bringe oder in die die Praxis. Und ich bilde mir ein, dass alle darauf reagieren.

Im Artikel »Das Beste für dich ist das Beste für die andern« habe ich ja schon versucht zu beschreiben, warum es so wichtig ist, dich immer erst um dich selbst zu kümmern, bevor du dich um die Anderen kümmerst. Und ein kleiner Mikro-Urlaub ist ein wunderbar einfaches und immer mögliches Geschenk, dass du dir selbst machst.

Hast du dir das verdient? Diese Frage stellt sich nicht. Nullkommanull nicht. Auszeiten nehmen muss man sich nicht verdienen. (Nichts musst du dir verdienen!). Du musst sie dir einfach nur nehmen. Keiner wird sie dir geben, wenn du sie dir nicht selbst nimmst.

Eine Auszeit nehmen – lass den Alltagsmensch hinter dir und werde zum Urlaubsmenschen.

Befreie dich für einen kurzen Moment vom Alltagsmenschen und werde der Urlaubsmensch, der tief durchatmet und sich etwas Angenehmes gönnt (Zeit).

Genieße die Erleichterung, wenn die Probleme in den Hintergrund rücken und lass dich überraschen, wie oft dann mögliche Lösungen auftauchen oder mindestens Hinweise auf mögliche Lösungen.

Der Alltagsmensch erlebt die Probleme und erschafft damit die potentiellen Lösungen. Aber nur der Urlaubsmensch entwickelt die Offenheit, für den Empfang der Lösungen. Also ab in den Urlaub. Am besten jeden Tag. Aber mindestens zwei bis drei mal die Woche.

Lass diesen Mikro-Urlaub deine energetische Tankstelle sein, die dich kraftvoll und einfach besser fühlend entläßt für die weitere Reise durch deinen Alltag.

Mach es einfach. Mach es jetzt.

Einfach besser fühlen durch Mirko-Urlaube.

Sonnige Grüße aus dem Urlaub

P.S.: Die Zeilen sind geschrieben. Ich komme nach Hause. Alle haben meine Abwesenheit überlebt. Sohn hat Hunger (gutes Zeichen, als ich ging war im immer noch übel). Tochter lächelt in ihrem Bett und telefoniert mit der Oma. Wie können es sich die beiden erlauben, sich besser zu fühlen, ohne dass ich der fleißig sich aufopfernde Samariter bin – ha ha. Gut gemacht Kinder. Ich glaube alle waren im Mikro-Urlaub auf unterschiedlichen Inseln.

P.P.S: Hab mir gar noch einen Micro-Sport-Urlaub gegönnt. Jetzt fühle ich mich gut gerüstet für die Nachmittags-Schicht: Tochter zur Akupunktur bringen, Abendessen kochen und dann nochmals in die Praxis. Wie leicht so ein Tag sein kann, wenn er genügen Urlaubseinheiten bekommt. Auszeit nehmen? Unbedingt!

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