Deinen Sinn suchen – meine Ideen als Sinnstifter

von 8. Dez 2019

Deinen Sinn suchen – Ein Leben ohne Sinn und Bedeutung? Da wird es schwer mit dem »Einfach besser fühlen und glücklich sein!« Führt dich deine Sinnsuche zu einem Sinn, den du für etwas entdecken kannst, ist es so, als ob ein Licht eingeht. Der Groschen fällt, es ordnet sich und Umstände können viel leichter angenommen werden. Mindestens entsteht Erleichterung, manchmal Begeisterung und Gänsehaut. Sinn macht glücklicher. Kein Zweifel.

Im Artikel erzähle ich dir: wie ich die Sinnsuche verstehe, welcher »Sinnkompass« mir dabei hilft, nicht nur einen Sinn zu finden, sondern auch seine Wandlungskraft zu beurteilen und was das alles für meine therapeutische Arbeit bedeutet? All das und noch viel mehr aus dem Alltag ein Sinnstifters.

Lesezeit: 15–20 Minuten

Bild: ich

Ich frage mich: »einfach besser fühlen und glücklich sein – wie geht das, wenn ich keinen Sinn für mich finde?« Ich finde: das geht sehr schwer.

Und das spielt keine Rolle, ob es sich hierbei um den großen Sinn des Lebens dreht, oder um die Sinnhaftigkeit einer Erkrankung oder einfach nur einer Bedeutung einer Alltagssituation.

Wenn du das Gefühl hast, Dinge nicht einordnen zu können, egal wie groß oder klein die Dinge sind, dann bleibt ein Unwohlsein. Sinn ist fast gleichbedeutend mit Glücklich sein.

Wahrscheinlich bin ich deshalb Therapeut geworden. Denn für mich bedeutet das vor allem ein Sinnsucher und Sinnstifter zu sein. Und wenn das klappt, dann ist das einfach ein super Gefühl, wenn die Puzzlestückchen des Lebens sich zu einem sinnvollen Ganzen ordnen. Egal ob ich das beobachte bei Patienten oder bei mir in meinem Leben. Sinn ist einfach geil.

Die Sinnfindung – ein natürlicher Prozess

Das erste große Geheimnis der Sinnfindung ist es: dein Sinn will, dass du ihn findest. Alles in dir arbeitet auf Hochtouren daran, dass du ihn findest. Es ist scheinbar ein ganz normaler und vor allem natürlicher Prozess, der automatisch und eher jenseits des Intellekts abläuft. So wie dein Herzschlag.

Ich erlebe es so, dass sich die einzelnen Puzzlestücke zusammenfügen wollen, sie haben eine Anziehungskraft. Die einzelnen Teilchen wollen sich so anordnen, dass das entstandene Muster für eine bestimmte Situation für dich erkennbar wird und Sinn macht.Verstehst du: dein Sinn will, das du ihn siehst, er versteckt sich nicht.

Und das bedeutet:

Solange du keinen Sinn empfinden kannst, verhindert irgendetwas dieses Zusammenfügen.

Und was wird das sein? Nun ja: Sinn entsteht durch Synthese. Und die Gegenkraft der Synthese ist die Analyse. Du steckst mit deinem Kopf meist so tief im »Kack-Haufen« und suchst nach dieser berühmten Nadel , dass dir gar nicht klar ist, dass du mit diesem Analysieren die Sinnfindung verhinderst.

Das »verstrickte-Klein-Klein«, das »sich-im-Detail-verlieren«, »das zu sehr von deiner unerwünschten Realität eingenommen sein« – das alles ist meistens das Hindernis, welches dem natürlichen Finden im Weg stehen. Du stehst also im Weg.

Wenn dich die Frage nach dem Sinn plagt, dann hast du so gut wie immer die anstrengende Analysearbeit schon längst hinter dir. Jetzt braucht es Synthese. Sinn entsteht nun mal erst dann, wenn nach der Analyse, also der Trennung, wieder eine Verbindung erfolgt, eine Synthese.

Und dazu brauchst du Abstand, Übersicht, eine gewisse Aussichts-Höhe. Denn sobald sich die Perspektive ein wenig – nur ein wenig – erweitert, gehst du aus dem Weg. Die Anziehungskraft der einzelnen Teilchen wird dann wirksam und das Muster enthüllt sich, dass für dich gerade Sinn macht.

Regel 1: es geschieht wie von Zauberhand ganz von allein!

Wie kannst du das unterstützen? Im Prinzip alles, was dich vom Analysieren und Grübeln »ablenkt« ist gut. Alles, was du unter »den Kopf frei bekommen« verstehst ist gut.

  • Raus aus der Situation,
  • raus aus dem Kontext,
  • raus aus dem Umfeld,
  • einen unerwarteten Blickwinkel bekommen.

Je nach Situation und Sinnfrage ist es eben ausreichend eine Runde um den Block zu maschieren, eine längere Dusche zu nehmen, Tagebuch zu schreiben, zu meditieren, ein therapeutischen Gespräch zu suchen, einen Kurzurlaub zu machen oder eben den Horizont massiv zu erweitern in dem du eine Auslandsreise machst. Siehe Artikel »Fünf Gewohnheiten, die deinen Alltag glücklicher machen«.

Es ist eben alles relativ, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Perspektive verändern und Aussichts-Höhe gewinnen – aus dem Weg gehen.

Das macht möglich, dass sich in deinem Geiste das endlich verbinden kann, was sich verbinden will, zu dem Bild, dass für dich Sinn ergibt. 

Deinen Sinn suchen.

Es gibt nicht den einen richtigen Sinn!

Das zweite Geheimnis ist: es gibt nicht den Sinn! Es gibt nicht den einen Lebensinn, den du endlich finden musst, damit du glücklich werden kannst. Noch gibt es den richtigen Sinn für eine bestimmte Situation in deinem Leben.

Es gibt viele, viele Möglichkeiten, wie etwas für dich sinnvoll sein kein. Und ein gefundener Sinn bleibt nicht statisch, er wird mit der Zeit abgelöst durch einen anderen, der eben jetzt besser zu dir passt..

Sinn bleibt nicht Sinn. Sehr übertrieben könnte ich sagen, dass es dem Sinn so ähnlich ergeht wie der Wissenschaft.: »Der Sinn von gestern ist oft der Unsinn von morgen!«

Was ich damit mein ist: je nach Blickwinkel und Erfahrungshorizont verändert sich der Sinn, den man erkennen kann. Ist ja auch logisch.

Ein Beispiel: in den letzten 35 Jahren hat sich mein Verständnis der Krankheitsbilder-Deutung stark verändert. Warum? Weil mein Weltbild sich in alle den Jahren stark verändert hat. Damit verändert sich natürlich auch mein Verständnis von Krankheit und Gesundheit.

Die Krankheit, das Problem und der Fehler nehmen für mich jetzt einen völlig anderen Platz ein, sie bekommen einen völlig neuen Sinn. Dadurch entsteht auch ein völlig anderes Deutungs-Muster der Krankheitsbilder. Und daraus entstehen völlig andere Konsequenzen für den alltäglichen Umgang damit. Somit bekommt meine Arbeit als Therapeut auch einen völlig andern Sinn.

Das, was also früher Sinn machte, weil es zum damaligen Weltbild passte, macht jetzt für mich überhaupt kein Sinn mehr, weil sich mein Horizont erweitert hat.

Wenn du wissen willst, wie sich das konkret für mich verändert hat, dann empfehle ich dir den Artikel auf dem Blog: »Krankheit als Weg – aber wohin?«

Den Artikel habe ich ursprünglich für die Berlinern Heilpraktiker Nachrichten geschrieben und in dem fasse ich diese Veränderung meines Verständnisses der Krankheitsbilderdeutung sehr komprimiert zusammen. Deshalb meine Empfehlung: unbedingt lesen.

Dein Sinn kannst nur du erkennen

Das alles bedeutet also: du kannst immer nur den Sinn erkennen, der für dich augenblicklich erkennbar ist.

Der Sinn, den du entdeckst, ist also immer stimmig zu deiner augenblicklichen Verfassung. Er stimmt immer für den Augenblick.

Da es nicht den einen richtigen Sinn gibt, bin ich als Sinnstifter kein Überzeuger und kein Missionar. Niemand kann dich für einen speziellen Sinn öffnen, wenn die Perspektive viel zu weit weg für dich ist. Du hast dann schnell das Gefühl, dass dir hier jemand was einreden will und verschließt dann hoffentlich.

Es gibt immer nur einen kleinen Spielraum, in dem sich Veränderungen deiner Sichtweisen von außen anregen lassen, damit du einen für dich stimmigen Sinn finden kannst. Und dafür muss ich als Sinnstifter ein Gefühl bekommen, wie weit gehen kann.

Regel 2: Es ist immer dein Sinn. Und zwar der Sinn, der für dich zum jetzigen Zeitpunkt in deinem Leben am besten passt. Verändern sich deine Sichtweisen, verändert sich dein Sinn.

Wie ist jetzt dann meine Rolle als Sinnstifter?

Da alles eigentlich von allein ablaufen will, ist meine Rolle als Sinnstifter eher gering. Das muss man einfach so sagen.

Heißt auf die Sinnsuche bezogen: Normalerweise gibt es schon genug Puzzlestücke, die für sich allein schon ausreichen, um selbst auf eine sinnvolle Idee zu kommen.

Mein Aufgabe ist nur nochmal

  • die Puzzle-Stücke zu benennen, sie also sichtbar zu machen und ein wenig zu ordnen. Dann fügen sie sich in deinem Geist automatisch zu dem Bild zusammen, welches dir augenblicklich hilft.
  • Maximal muss ich noch ein Puzzlestück hinzufügen, damit der Prozess von allein abläuft.

Primär bestehe meine Aufgabe also nur darin, dir dabei zu helfen aus dem Analyse-Modus rauszukommen hinein in den Synthese-Modus.

Das heißt: ich helfe dir dabei, einen Schritt zurück zu machen, eine größere, weitere Perspektive zu bekommen, da sich in einer bestimmten »Aussichts-Höhe« meist alles zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügt.

Und dabei geht es eben darum, die für deine Situation stimmige Art herauszufinden, wie die Perspektive-Erweiterung am besten und einfachsten für dich umsetzbar wird. Nicht immer muss du mit den Aborigines in der Wüste wandern. Manchmal langt auch ein Spaziergang an der Havel.

Und manchmal ist es eben hilfreich auf die von mir geliebte Astrologie zurückzugreifen. Hier entsteht meinst neue, vor allem ungewohnte Sichtweisen, die helfen, das große Ganze besser zu verstehen und einzuordnen. Gerade dann, wenn das Leben sehr dunkel und schwer ist, erlebe ich wie mein Umgang mit der Astrologie wieder ein Licht aufgehen läßt, Sinn erahnbar wird und Vertrauen in die eigene Person wieder möglich erscheint.

Aber grundsätzlich ist die Rolle als Sinnstifter eher gering (mit den Fingen zeigen.). Auch wenn es nur ein kleiner Impuls ist, kommt es natürlich stark auf die Art und Weise des Impulses an, ob es dann eben auch gelingt, den besten für dich im Augenblick findbaren Sinn zu entdecken, der auch genug Wandlungskraft mit sich bringt.

Aber im Prinzip machst das alles ganz allein. Weil es ja dein Sinn ist. Und nur deiner.

Ein Sinn – unterschiedliche Wirkungen

Grundsätzlich ist die Wirkung von Sinn und Bedeutung ja immer angenehm. Sobald eine Sichtweise gefunden wird, für die eine Lebenssituation für mich Sinn macht, entsteht Verständnis, darüber kann ich die Dinge einordnen und annehmen und ich erlebe dann mindestens eine große Erleichterung und manchmal sogar ein euphorisches Hochgefühl – ich bin mir sicher, dass hast du auch schon erlebt.

Aber wie lange halten diese Zuständen an? Du hast bestimmt auch schon erlebt, dass ein gefundener Sinn manchmal nur kurzfristig hilfreich ist, aber ein ander Mal dein Leben für immer zum Positiven verändert.

Und der Unterschied in diesen Auswirkungen liegt meiner Erfahrung nach in den Zusammenhängen, die uns einen Sinn erkennen lassen.

Auf deiner Suche nach dem Sinn bestimmt der »Ort«, an dem du den Sinn entdeckst, die Dauer und Intensität der Wandlungskraft, die dieser gefundene Sinn für dich hat.

Regel 3: Der »Ort« bestimmt die Wandlungskraft deinen Sinns.

Ein Koordinaten-System für die Sinnsuche – Sinnkompass

Und um diese Unterschiede besser greifbar zu machen, möchte ich dir meinen Sinn-Kompass vorstellen, der mit seinen vier Himmelsrichtungen ein »Koordinaten-System« für meine Sinnsuche aufspannt.

Die Raum-Achse

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass-1

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass mit der Raumachse

Die erste Achse des Koordinaten-Systems nenne ich die »Raum-Achse« denn es geht hier um einen Innenraum und einen Außenraum: diese beiden »Orte« spannen das Spannungsfeld Ich-Du auf. Das heißt: ich kann den Sinn in mir suchen oder in meiner Außenwelt. Und so entsteht ein persönlicher wie ein sozialer Sinn.

Der persönliche Sinn (intrinsisch)

Schauen wir uns erst den persönlichen Sinn an. Damit meine ich nicht, dass es einen persönlichen Sinn gibt, der für mich persönlich bedeutungsvoll ist (denn das gilt ja für alle), sondern: es gibt persönliche Bedürfnisse für die ich die persönliche Verantwortung trage, diese eben auch zu erfüllen.

Angelegt an dem Begriff der persönlichen Verantwortung gibt es für mich eben auch einen persönlichen Sinn.

Etwas in meinem Leben macht dann persönlich Sinn, wenn es ein persönliches Bedürfnis erfüllt oder darauf hinweist, dass es dieses persönliche Bedürfnis gibt.

Beispiel: Dass ich mich damals in eine Frau verliebte, die schon zwei Kinder hatte, macht eben aus heutiger Sicht Sinn – neben vielem anderen – da ich darüber mein persönliches Bedürfnis intensiv kennengelernt habe, selbst eigene Kinder haben wollen. Das war mir bis dahin nicht klar.

Der persönliche Sinn macht ein persönliches Bedürfnisse bedeutsam. Darüber macht er mir klar wer ich bin!

Der soziale Sinn (extrinsisch)

Der Gegenpol hierzu ist der soziale Sinn. Hier werde ich mit den Bedürfnissen meiner Außenwelt, mit der Erwartungshaltung meiner Umwelt konfrontiert. Sie stellen Forderungen, wünschen sich dies und das und ich spüre dies über eine soziale Verantwortung.

Ich kann also den Sinn meiner Umstände auch darin sehen, dass ich auf die Erwartungshaltung meines Umfelds hingewiesen werde und die Bedürfnisse meiner Umwelt erfüllen soll.

Beispiel: Das ich heute so schnell auf die Erwartungshaltung anderer reagiere, was oft nicht gut für mich ist, macht deshalb jetzt Sinn für mich, weil ich jetzt verstehe, dass ich in einem familiären Klima groß geworden bin, wo es extrem wichtig war, die Erwartungshaltung der andern ganz schnell zu erfassen und dem gerecht zu werden. Ich habe also schon sehr früh gelernt, die Bedürfnisse meines Gegenübers zu lesen und zu erfüllen.

Der Soziale Sinn macht meist Fähigkeiten klar. Darüber wird mir klar, was ich kann!

Die Zeit-Achse

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass-2

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass mit Zeitachse

Die zweite Achse hat mit der Zeit zu tun. Sie spannt unser Erleben in Vergangenheit und Zukunft auf.

Therapie-Richtung der Sinnsuche

Wenn ich mich also frage, warum ich etwas heute auf eine bestimmte Art mache, dann kann mir eine Antwort als sinnvoll erscheinen, die sich auf eine Situation in der Vergangenheit bezieht. Wie ich es bei Beispiel des »sozialen Sinns« schon gemacht habe.

Das ist die klassische Therapie-Richtung der Sinnsuche.

  • Weil damals das und das geschehen ist, ist das heute so und so.

Beispiel: Jetzt macht es Sinn für mich, dass ich heute niemandem vertrauen kann, weil ich mich jetzt an eine schreckliche Erfahrung erinnere, die ich gemacht habe, in der ich ganz schlimm verraten wurde.

Pädagogik-Richtung der Sinnsuche

Es kann aber eben auch eine Antwort als sinnvoll erscheinen, die sich auf die Zukunft bezieht.

Das ist die klassische Pädagogik oder Choaching-Richtung der Sinnsuche oder ein lösungsorientiert Therapieansatz

  • ich mache das heute so und so, weil ich meine festgelegten Ziele erreichen will.
  • ich lernen heute, damit ich morgen die Prüfung bestehe.

Beispiel: Jetzt macht es für mich Sinn, dass ich damals schrecklich verraten wurde. Mir ist klar geworden, dass ich mich nämlich vorher selbst verraten habe. Ich habe zugelassen, dass ich geworden bin, wie ich nicht sein wollte. Dein Verrat spiegelt mir nur meinen. Es war also deshalb sinnvoll, dass du mich damals verraten hast, damit aufhöre die Person so zu sein, die ich nicht sein will und jetzt anfange zu lernen, mir in Zukunft selbst ganz treu zu sein und treu zu bleiben.

Sinn und Zweck – Warum ist diese Hierarchie gut?

Das wären also diese vier grundsätzlichen Orte, an denen wir einen Sinn finden können. Was kann das Wissen um diese vier »Himmelsrichtungen« jetzt bringen?

Deinen Sinn suche – entspannen

Anregung für deine Sinnsuche

Nun, für dich kann es eine Anregung sein bei deiner Sinnsuche dich auch in ungewohnte Richtungen umzusehen.

Normalerweise suchen wir ja reflexartig in der Vergangenheit. Das »Warum« ist meist ein »was habe ich gemacht, dass …?« Und oft kommt dann, »weil die Person das und dies..« Wir fangen meist mit Vergangenheit und Außen an. Das entspricht einfach der normalen kausalen Vorgehensweise unseres Denkens.

Und wenn wir hier eine erleichternde Antwort finden, dann ist das ja auch gut. Aber vielleicht kommt die Zeit, bei der diese Antwort nicht mehr erleichternd ist und wir nach einer neuen suchen müssen. Oder wir finden dort einfach keine erleichternde Antwort und wir müssen weiter suchen.

Warum also dann nicht schauen, ob es statt eines »sozialen Sinns« auch einen »persönlichen Sinn« zu entdecken gibt? Welche persönlichen Bedürfnisse werden dir dabei klar?

Gelingt es, den persönlichen Sinn zu entdecken, führt das eigentlich immer aus dem Gefühl der Ohnmacht heraus, weil die Umstände, denen man sich bis dahin ausgeliefert fühlte, nicht mehr so viel Bedeutung bekommen, und die Frage »Was will ich?« wichtiger wird. Und das ist eine große Erleichterung.

Vielleicht wird es auch möglich, den Sinn statt in der Vergangenheit gar in der Zukunft zu suchen – auch wenn es erst einmal sehr ungewohnt erscheint.

Nutzte also für deine Sinnsuche alle vier »Himmelsrichtungen«. Du wirst feststellen, dass der gefunden Sinn sich unterschiedlich anfühlt, je nachdem wo du ihn findest.

Sinn und die verschiedene Grade der Erleichterung

Wie schon in Regel #3 erwähnt: Der Ort bestimmt die Wandlungskraft deines Sinns

Meiner Erfahrung nach hat das Finden eines Sinns in der Vergangenheit hat nicht so viel Kraft, wie das Finden eines Sinnes in der Zukunft.

Und das Finden eines Sinns in der Erfüllung der Erwartungshaltung anderer (soziale sinn) hat wiederum nicht so viel Kraft, wie das Finden des Sinns in der Erfüllung persönlicher Bedürfnisse (persönlicher Sinn).

Ein kleine Flamme

Am wenigsten beflügelnd ist es also, wenn ich den Sinn für etwas in meinem Heute darin finde, weil ich in der Vergangenheit etwas Bestimmtes erlebt habe und ich dies mit der Erwartungshaltung im Außen verknüpfe.

Wenn ich also jetzt verstehe, dass ich heute so und so reagiere, weil mich meine Mama damals so und so behandelt hat, dann wird das ein Aha-Moment für mich. Es macht Sinn. Es schafft Erleichterung.

Aber es wird mich relativ gesehen nicht so weit tragen. Warum? Weil diese verändernde Kraft des Sinns nur aus der Kombination aus Vergangenheit und Außen gespeist wird.

Ein großes Leuchtfeuer

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass

Beflügelnd ist ein gefundener Sinn, wenn der Ort eine Kombination aus persönlicher Sinn und Zukunft aufweist. Finde ich also den Sinn für etwas in meinem Heute, weil es mich auf ein von mir selbst festgelegtes Ziel hinführt, das ich bald erreichen werde, besteht eine große Erhellungskraft.

Besonders hell leuchtet dieses Leuchtfeuer, wenn es gelingt, eine Situation in der Vergangenheit, in der ich bisher den Sinn nur im Außen gefunden habe, umzudeuten zu einer Sichtweise, die mir klar macht, welche Rolle das Damals spielt für den persönlichen Sinn in meiner Zukunft.

Auf Hokus Pokus Fokisch heißt das: wenn dir klar wird, dass die Wunde, die du in der Vergangenheit erlitten hast, ein Potential erschaffen hat, das sich in der Zukunft für dich verwirklichen wird zu einer Ressource und das du jetzt gerade erst zu entfalten beginnst, dann hat dieser Sinn die größtmöglich Wirkung.

Aus dieser Kombination, sprich an diesem Ort (Zukunft / persönlicher Sinn) finden wir meist den großen Sinn, der unter die Kategorie Lebensinn, Berufung, Bestimmung und so weiter fällt.

Beispiel: Es macht für mich Sinn, dass ich damals diese Grenzverletzung erlitten habe, weil ich besonders gut darin werden will, meine Grenzen deutlich zu machen und mich in Zukunft situationsadäquat abgrenzen zu können. Ich empfinde das als Berufung, deshalb will ich darin so gut werden, damit ich auch anderen dabei helfen kann, ihr Grenzen nicht nur zu finden, sondern sie auch klar zu zeigen und zu schützen.

Für mich als prozessorientierter Therapeut

Deinen Sinn suchen – Sinnkompass-3

Deinen Sinn suchen – die Grade der Wandlungskraft

Diese Unterschiedlichkeit in der Wandlungskraft des Sinns an den verschiedenen Orten ist jetzt für mich als Therapeut sehr hilfreich. Warum? Weil es eine wichtige Komponente darstellet deinen Genesungsprozess zu beurteilen.

Im therapeutischen Wandlungsprozess von Krankheit zu Gesundheit verändern sich ja immer auch Lebensperspektiven. Schlechte, weil destruktiv-krankmachende Ansichten verwandeln sich Schritt für Schritt in gute, weil wohlwollend-gesunde Ansichten.

Und damit verändert sich auch der Sinn für ein bestimmte Situation. Das was gestern in der Krankheit Sinn gemacht hat (»Es macht Sinn, weil ich diese Bestrafung verdient habe«), macht morgen in der Gesundheit auf eine ganz andere Art Sinn (»Es macht Sinn, weil ich jetzt weiß, was ich wirklich will und es verdient habe, dass zu bekommen, was mir gut tut.«).

Und die Art des Sinns, den du findest, hilft mir

  1. deine aktuelle Position zu orten auf deinem Weg hin zur Gesundheit.
  2. die Wandlungskraft zu beurteilen, die dich gesund werden läßt

Und das ist sehr wichtig für die Prozessbegleitung. (Siehe »Geduld – therapeutische Superkraft«). Denn von Termin zu Termin muß ich beurteilen, ob es in die richtige Richtung geht oder eben nicht. Oder anders ausgedrückt: ist es besser geworden oder schlechter. Und das ist nicht immer offensichtlich.

Die Stärke deiner Wandlungskraft

Und da ist es nicht ausreichend, wenn du sagt: »ich hab was verstanden. Jetzt macht alles Sinn.« Damit weiß ich noch nicht, ob es dir besser geht.

Warst du nämlich schon so weit, den Sinn in der Zukunft zu sehen (»das alles macht Sinn, weil ich das und das entwickeln will«) und bewertest das beim nächsten Mal anders (»alles macht Sinn, weil ich damals ja so und so war oder jemand das oder dies gemacht hat«) dann weiß ich: jetzt hast du eine Schritt zurück gemacht. Es geht dir relativ gesehen schlechter als beim letzten Mal.

Warum? Einfach weil du den Sachverhalt anders bewertest. Du kannst immer noch eine Sinn erkennen (Hurra), – wir sind also immer noch auf der »guten Seite« – aber du wechselst auf eine schlechtere Ebene. Der Sinn hat jetzt nicht mehr so viel Wandlungskraft.

Das heißt: die augenblickliche Kraft, dich zu der Person zu verwandeln, die du sein willst, hat eben nicht zugenommen, sie hat abgenommen. Du läßt zu, dass du dich wieder mehr an die Person gewöhnst, die die anderen gut für dich finden.

Wären die Zusammenhänge in dem Beispiel anders herum, dann wüßte ich: es geht dir besser, es geht in die erwünschte Richtung.

Ein Verständnis für die verschiedenen Arten des Sinns ist also für mich sehr hilfreich, weil ich damit deinen Prozess besser beurteilen kann.

Suche den Sinn mit dem stärksten Gänsehautgefühl

Ich will jetzt nicht zu »nerdig« werden und dir auch noch verschiedenen Begleitgefühle um die Ohren hauen, die sich nach einem gefundenen Sinn einstellen können. Denn auch die helfen, die »Bedeutung des Sinns«, sprich die Wandlungskraft die er mit sich bringt einzuschätzen. Sie helfen die Situation genauer und differiert zu beurteilen.

Für hier und heute lasses wir es dabei: mindesten wenn du therapeutisch arbeitest, ist es sehr hilfreiche die Suche nach dem Sinn und die Aussage »Jetzt macht es Sinn« differenzierter zu betrachten. Denn je nach dem geht es mit einem kurzen Wohlgefühl einher, dass schon sehr bald von irgendwelchen Schuldgefühlen begleitet wird. Oder es macht Gänsehaut, und dein Leben ist danach nicht mehr wie vorher – im positiven Sinne.

Einfach besser fühlen und glücklich sein – ja, finde einfach einen entsprechenden Sinn der genug Wandlungskraft entwickelt und dich darin unterstützt, die Person zu werden, die du sein willst.

Mach es einfach. Mach es jetzt.

Michael Antoni

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