Gedankenspirale, Momentum – Gas und Bremse

von 22. Sep 2017

Wenn ein Gedanke immer wieder Energie bekommt, das bedeutet, wenn ihn immer wieder jemand denkt, dann fügen sich weitere ähnliche Gedanken hinzu. Das Resonanzgesetzt, sorgt dafür, dass sich immer weiter ähnliche Gedanken einfinden. Darüber wird der Gedanke bewegt, er entwickelt ein Momentum, eine Bewegungsenergie, die umso stärker wird, je mehr ähnliche Gedanken sich einfinden.

Und wie immer gibt es zwei mögliche Richtungen: ähnlich besser oder ähnlich schlechter – immer in Bezug zum Erwünschten.

Bewegungsrichtung

Diese Bewegungsrichtung ist sehr entscheidend, denn sie bestimmt, welche ähnlichen Gedanken automatisch hinzukommen.

Flow – erwünschte Gedankenspirale. Bewegt sich der Gedankenstrom in Richtung Erwünschtem, dann können von alleine nur Gedanken hinzukommen, die ähnlich gleich oder ähnlich besser sind.

Gruseliges Gedankenkarusell – unerwünschte Gedankenspirale. Und selbiges gilt auch für die unerwünschte Richtung: jetzt fügen sich, wenn alles sich selbst überlassen bleibt, Gedanken hinzu, die ähnlich schlechter sind.

Das Phänomen der erwünschten Gedankenspirale kennen bestimmt einige. Aber das der unerwünschten Gedankenspirale kennen alle: die berühmte Abwärtsspirale, der Teufelskreislauf, das Gedankenkarusell, dass mich immer noch schrecklicherer Gedanken denken lässt.

Momentum – das Gaspedal

Das Momentum, also die Bewegungs-Energie, wird jetzt um so stärker, je spezifischer ein Gedanke wird. Je genauer und detaillierter ein Gedanke wird, desto mehr Bewegungsenergie bekommt er.

Gas geben – in die erwünschte Richtung

  • Ich finde Stühle gut.
  • Ich würde gerne mal eine Stuhl entwerfen.
  • Die Idee, auf meinen selbstgebauten Stuhl zu sitzen, gefällt mir sehr gut.
  • Stell dir vor, es könnte ein Stuhl aus Kirschholz sein.
  • und so weiter

Je spezifischer es wird, desto größer wird das Momentum und desto mehr werden ähnliche Ideen hinzugefügt, welche den Wunsch des selbstgebauten Stuhls unterstützen.

Impulse führen zu Begegnungen und es baut sich eine innere Haltung auf, welche dem Erwünschten (der selbstgebaute Stuhl) entspricht. Und jetzt kommen Handlungen ins Spiel und so weiter.

(siehe Beitrag: Kreativität – Von der Idee zum Ding?)

Gas geben – in die unerwünschte Richtung

Selbiges gilt natürlich auch für die unerwünschte Richtung.

  • Ich finde Stühle blöd
  • Vor allem gefällt mir dieser Stuhl nicht, auf dem du sitzt.
  • Diese Form schaut beschissen aus und Kirschholz ist zum Kotzen.
  • Schon in meiner Kindheit musste ich immer auf diesen Stühlen rumsitzen, obwohl jeder weiß, das Sitzen das neue Rauchen ist.
  • Ich werde ganz wütend, wenn ich wieder daran denke. Ich hasse Stühle.
  • Runter da, ich schlag in jetzt kaputt.
  • oder so in etwa.

Die Beschleunigungs-Regel

Regel: je spezifischer ein Gedanke ausformuliert wird, desto mehr Bewegungsrichtung bekommt er, desto stärker wird sein Momentum.

Und je mehr Bewegungsenergie er bekommt, desto leichter verselbständigt sich der Gedanke und erscheint dann nicht mehr aufhaltbar.

Manifestation bedeutet: Gedanke mit maximaler Geschwindigkeit.

Das Momentum nimmt so lange zu, bis sich der Gedanke manifestiert. Irgendwann ist der Stuhl eben da oder eben zerstört.

Das stärkste Momentum ist also in der Manifestation. Hier ist die stärkste Energie. Heißt übersetzt: jede Manifestation ist ein Gedanke mit sehr viel Bewegungsenergie.

Momentum – die Bremse

Die Bewegungsenergie wird reduziert, wenn der Gedanke allgemeiner wird. Lasse Details weg, verallgemeinere, dann nimmt das Momentum wieder ab und du drückst auf die Bremse.

Ich kann Schönes ausbremsen:

  • Ich liebe dich.
  • Nun ja, ich liebe ja auch viele.
  • Mir fällt es leicht, an jedem etwas liebenswertes zu finden.
  • Wir sind doch alle irgendwie mit Liebe verbunden – quasi.
  • Und so weiter

Ich kann Unschönes ausbremsen:

  • Ich hasse dich.
  • Nun ja, jeder hat einmal Momente, in dem er hasst.
  • Es ist nur menschlich, auch mal zu hassen.
  • Da ich dich die meiste Zeit nicht hasse, bedeutet das ja auch, dass mein Hass wieder weggehen wird.
  • Trotzdem finde ich es nicht gut, was du gemacht hast.
  • Jeder macht mal Fehler und jeder hasst mal.
  • und so weiter

Die Bremsregel

Regel: je allgemeiner ein Gedanke wird, desto weniger Momentum hat er.

Je mehr Details du wegläßt, je allgemeiner du wirst, desto langsamer wird das Tempo, desto kühler wird das heiße Eisen. Das ist nicht nur wichtig, wenn du unangenehme Nachrichten überbringen musst, sondern vor allem, wenn du deinen unangenehmen Gedanken die Kraft nehmen möchtest.

Was bedeutet das für uns?

Wenn du dich erwischt, wie du gerade in eine unerwünschte Richtung denkst, dann kannst du nicht sofort das Erwünschte denken. Das würde dich – energetisch gesehen – zerreissen. Du kannst nicht mit 240 in eine Richtung fahren – in die unerwünschte – und dann mit 270 in die erwünschte.

Bremsen, umdrehen, Gas geben.

Erst musst du die Bewegungsenergie reduzieren, dass Momentum bremsen, den Gedanken-Zug verlangsamen. Dann kannst du ihn umdrehen und in die erwünschte Richtung fahren lassen.

  1. 240 kmh in die unerwünschte Richtung
    Du hast sehr spezifische unerwünschte Gedanken (hohes Momentum).
  2. Bremsen: allgemeiner werden. Deine Gedanken sind immer noch negativ, aber allgemeiner, dadurch langsamer.
  3. Umdrehen: finde allgemeine positive Gedanken.
  4. Behutsam Gas geben: spezifische Gedanken denken, die das Erwünschte umschreiben.

Die leichtere Alternative

Du springst eifach auf einen Zug auf, der mit deinem Thema überhaupt nichts zu tun hat und gemütlich in irgendeine erwünschte Richtung tuckert.

Damit verlangsamt sich das unerwünschte Gedanken-Karusell von allein. Warum? Weil du deinen Fokus komplett abgezogen hast.

Nach einer gewissen Zeit greifst du das heiße Eisen wieder auf, das nun nicht mehr so heiß ist, und dann machst du die Schritte eins bis vier von »Bremsen, umdrehen, Gas geben«.

Soweit die abstrakte Theorie. Bald kommt ein Beitrag mit einem praktischen Beispiel. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim Experimentieren.

Michael Antoni Unterschrift

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