Geduld – die therapeutische Superkraft

von 20. Aug 2019

In der Homöopathie wird als wichtigste Eigenschaft gerne die Geduld erwähnt. Und wie das so ist mit wichtigen Eigenschaften: sie mögen dir einfach nicht so leicht zufallen – mir jedenfalls nicht. Was mich aber immer wieder ermutigt, wenigstens homöopathisch geduldiger zu werden, ist mein Glaube, dass Geduld die therapeutische Superkraft schlechthin ist. Und für so eine Superkraft bin ich gerne bereit, mich zu üben in etwas, was mir naturgemäß eher schwer fällt.

In diesem Artikel erfährst du, was Geduld für mich genau bedeutet und fünf Gründe, warum diese Geduld für mich die therapeutische Superkraft schlechten ist.

Lesezeit: 11–15 Minuten

Bild: Ich

Das Video zum Artikel. Wenn du gerne sehen möchtest, wie ich das Thema in ein Video gepackt habe. Klick mal rein. Für alle Leseratten: jetzt gehts los. 

Geduld in der Homöopathie 

Warum ist Geduld in der Homöopathie so wichtig? Weil wir davon ausgehen, dass der Organismus sich selbst heilt. Homöopathie beruht auf dem Selbstheilungsprinzip (siehe Artikel Homöopathie Lektion 3 – Selbstorganisation) . Die berühmt berüchtigte Lebenskraft bringt alles wieder in Ordnung, wenn sie wieder zurück ins Gleichgewicht kommt.

Samuel Hahnemann spendiert der »Geduld« eine ganzen Paragraphen in seinem Organon der Heilkunst:

»Jede, in einer Cur merklich fortschreitende und auffallend zunehmende Besserung, ist ein Zustand der, so lange er anhält, jede Wiederholung irgend eines ArzneiGebrauchs durchgängig ausschließt, weil alles Gute, was die genommene Arznei auszurichten fortfährt, hier seiner Vollendung zueilt…«
Samuel Hahnemann, § 246 Organon der Heilkunst

Einfach ausgedrückt: Finger weg, wenn es besser wird. Also: Geduld bewahren, denn alles eilt der Vollendung zu.

Gesundheit und Krankheit sind subjektive Erlebnisse

Nun ist es aber so, dass Gesundheit für jeden etwas anderes bedeutet. Will damit sagen: Ordnung, Gesundheit, Glück, Sinn, Liebe und Freude sind alles Seins-Zustände, die sehr subjektiv erlebt werden. Sie bedeuten für jede Person etwas anderes.

So wird der Ort der Erkrankung sehr individuell und der Ort der Gesundheit wird ebenfalls sehr individuell. Und das macht den besten Weg hin zur Gesundheit eben auch sehr individuell. Deshalb werde ich als Therapeut immer wieder überrascht, wie der einzigartig Weg der Gesundung meiner Patienten aussieht.

Was Besserung bedeutet, ist auf der konkreten Ebene von Patient zu Patient sehr verschieden und nur auf einer abstrakten Ebene als Muster ähnlich.

Ungeduld kommt immer dann ganz schnell ins Spiel, wenn bestimmte Vorstellungen auftauchen, wie etwas geschehen soll. Ungeduld entsteht aus dem Vergleichen und Abgleichen der Ist-Situation mit der Vorstellung im Kopf.

Werde ich also ungeduldig, dann passt etwas nicht zu dem, wie ich es will. Wir haben natürlich in der Homöopathie bestimmte Parameter und abstrakte Muster für den Heilungsablauf, die uns helfen das Geschehen zu beurteilen wie z.B die Hering’sche Regel (siehe Bild).

Das genaue Erkennen dieser Krieterien für die Besserung machen es leichter mit der Geduld.

Das genaue Erkennen dieser Krieterien für die Besserung machen es leichter mit der Geduld.

Aber selbst die besten »Richtlinien« für die Beurteilung der Veränderungen werden sehr schnell ausgehebelt durch meine persönlichen Vorstellungen über den Genesungsprozess. Die Wahrscheinlichkeit ist viel größer, als ich mir das zugestehe, dass mein »scheinbares Wissen« die Beurteilung verfälscht.

Grund #1 – Geduld vermindert den Aktionismus

Taucht jetzt Ungeduld auf, dann wird es noch schwerer, sich frei zu machen von den eigenen Gesundungs-Vorstellungen. Und die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass ich die tatsächliche Besserung also solche nicht mehr erkenne. Und dann will ich zu viel und das führt dann zum Aktionismus.

Bedeutet in der Homöopathie: neue Gaben, höhere Potenzen und neue Mitteln. Und auch wenn der Patient das selbst nicht so empfinden mag, seine Lebenskraft spürt die gegensätzliche, allopathische Haltung hinter den Gaben. Was ihr nicht hilft, sich ins Gleichgewicht zu bringen, da ihr ständig reingepfuscht wird von einem unwissenden Außen.

Stell dir vor: dein Kind soll endlich sein Zimmer aufräumen. Immer wieder gehst du zu ihm hin und sagst es: »Jetzt räume bitte dein Zimmer auf!« Und dann – oh Wunder – fängt es an aufzuräumen.

Aber: nur langsam und auf seine Art und Weise. Vielleicht – und sehr wahrscheinlich – auf eine Art und Weise, wie du es nie machen würdest. So wird es schwierig für dich, das Aufräumen als solches zu erkennen.

Und damit ist es schnell geschehen, dass du das Geschehen im Kinderzimmer falsch interpretierst. Ungeduld taucht auf.

Und durch die Ungeduld läßt du dich hinreißen, die Botschaft zu wiederholen: dieses Mal natürlich lauter und mürrischer. Was wird passieren? Zum einen wird dein Kind irritiert sein. Jedes Kind wird irritiert sein darüber, dass es wieder aufgefordert wird, obwohl es nach seinem eigenen Ermessen doch angefangen hat aufzuräumen. Aber zu was wird die Irritation führen?

Falls dein Kind einen starken Willen hat und eine kräftige Lebenskraft, wird es trotzig aufhören mit dem Aufräumen. Und du kannst dich zukünftig auf eine aufreibende Geschichte des Aufräumen einstellen – nicht nur des Aufräumens. In Zukunft wird alles, was du willst, das dein Kind machen soll, sehr anstrengend für alle. Warum? Es wird rebellieren, weil es spürt, dass es die Dinge nicht so machen kann, wie es will. Es wird all seine Kraft in diese Rebellion legen, um sich zu wehren gegen die unausgesproche Botschaft: »du bist nicht richtig!«

Falls dein Kind sehr entgegenkommend ist und »brav«, wird es anfangen, das Aufräumen so zu gestalten, damit du damit glücklich bist. Du wirst dich dabei freuen, da alles so mühelos erscheint. Aber der Preis, den dein Kind dafür bezahlt, ist der Verlust des Wissens, wie es alleine Dinge regeln kann. Auch es »hört« das unausgesprochene »Du bist nicht richtig!«. Nur akzeptiert es deine »Wahrheit«und versucht jetzt nur noch herauszufinden, was für dich richtig ist, um deine Vorstellungen zu entsprechen. Es opfert sich für dich.

Freilich gibt es unzählige andere Varianten dazwischen. Aber die beiden Extremfälle sollen dir verdeutlichen, wie schnelle die Dinge aus dem Ruder laufen können, wenn du aus Ungeduld heraus zu schnell wieder eine Ansage machst. Vor allem, wenn das ständig passiert.

Wenn wir mit solcherart Aktionismus konfrontiert werden, reagieren wir alle mit Irritation. Und für unsere Lebenskraft, die gerade dabei ist wieder Ordnung herzustellen ist solch eine Irritation nicht förderlich.

Du pfuscht ihr also besser nicht ins Handwerk, wenn sie loslegt. Du kannst sie nicht beschleunigen. Du kannst sie nicht noch mehr motivieren. Wenn sie anfängt, fängt sie an – in ihrem Tempo auf ihre Art.

Deshalb übe ich mich in Geduld. Und ich übe immer besser und feinen wahrzunehmen, was Besserung alles bedeuten kann.

Es ist für mich super wichtig, die Besserung auch dann zu erkennen kann, wenn sie für mich fremd und unerwartet abläuft.

Ungeduld fördert Leistungsdruck

Wenn meine Patienten Ungeduld an mir wahrnehmen, dann wird dies Ungeduld zur unausgesprochenen Botschaft an die Patienten: du machst es nicht richtig.

Und wer will das schon hören. Ich denke, jeder der Ungeduld in seinem Gegenüber wahrnimmt, fühlt sich damit meist unwohl. »Du machst es nicht nichtig« bleibt als Eindruck zurück. Und das »schon wieder« gesellt sich oft genug dazu. Der Druck nimmt zu.

Es ist erstaunlich, das Leistungsdruck nicht nur für mich als Therapeut ein Thema ist. Auch Patienten stehen unter dem Leistungsdruck »gute Patienten« sein zu wollen.

Deshalb ist Geduld hier besonders wichtig, nicht nur für mich, sondern vor allem für die Patienten, damit sie das Gefühl vermittelt bekommen: ich bin in Ordnung.

Prognose-Regel in der Homöopathie

Zum Erlangen der »homöopathischen Geduld« gibt es zum Glück sogenannte Prognose-Regeln in der Homöopathie (siehe Bild). Die bekannteste ist die »Jahre-entspricht-Monate-Regel«: die Krankheit braucht zur Heilung so viele Monate, wie sie in Jahren anwesend war.« Bei einer Migräne, die es seit fünf Jahren gibt, ist dann mir fünf Monaten zu rechnen, bis sie ausgeheilt ist (wenn das richtige Mittel gefunden ist).

Einen Zeitraum abschätzen zu können, hilft den Leistungsdruck zu reduzieren.

Einen Zeitraum abschätzen zu können, hilft den Leistungsdruck zu reduzieren.

Für mich sind diese Regeln wenig nützlich, um die Heilungszeit vorherzusagen. Warum? Weil es oft schneller abläuft, aber manchmal auch langsamer ist. Es ist eben einfach nur eine grobe Richtlinie.

Aber sehr nützlich sind diese Regeln, wenn es darum geht, mir und meinen Patienten den Leistungsdruck zu nehmen.

Grund #2 – Geduld reduziert Leistungsdruck

Für mich als eher ungeduldiger Therapeut (wer ist das nicht?) kann es nie schnell genug gehen. Je ungeduldiger ich werde, desto erfolgsabhängiger werde ich auch. Und dieser Druck läßt mich einfach nicht gut arbeiten.

Zu wissen, dass der Zeitraum größer ist, als ich ihn mir zugestehe, hilft mir, den Druck rauszunehmen und mich zu entspannen.

Interessant ist, dass die meisten Patienten sich ebenfalls entspannen, wenn der zeitliche Rahmen für die Genesung länger ist, als in ihrer Vorstellung. Sie sind überraschender Weise nicht frustriert, sonder viel eher erleichtert!

Der Leistungsdruck machte eben vor Patienten nicht halt: wie glauben, sie müssten besonders schnell gesund werden. Sie wollen gute Patienten sein. Meine Geduld, hilft ihnen milder mit sich selbst zu werden.

Homöopathie ist Wahrnehmung

Ich muss mich immer wieder daran erinnern: Homöopathie ist weniger die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen, als viel mehr die hohe Kunst wahrzunehmen und zu beobachten.

Nun ist es aber so: wenn du ungeduldig wirst, leidet deine Wahrnehmungs- und Beobachtungs-Kunst enorm. Stress engt unsere Wahrnehmung ein, hemmt unsere Intuition und schlimmer noch: läßt uns Situationen völlig falsch bewerten. Unter Stress »liest« man die Mikroausdrücke der Gesichtsgestik falsch und kann keinen sinnvollen Kontext herstellen.

Das alles führt zu unpassenden, unangemessenen Reaktionen, zu Missverständnissen und Konflikten und zu vielen andern lästigen Reibungserscheinungen.

Und für mich als Homöopath führt das zu unpassenden Verschreibungen, was die Behandlungsdauer enorm in die Länge zieht und oft auch den Verlauf verkompliziert.

Grund #3 – Geduld stärkt die Wahrnehmungsfähigkeit

Geduld läßt mich ruhig bleiben. Und diese Ruhe und Entspannung ist notwendig für eine gute Wahrnehmung und Beobachtung. Geduld stärkt meine Intuition und macht mich einfach zu einem besseren Therapeuten. Und diese Geduld läßt in meinem Gegenüber das Gefühl entstehen: ich bin richtig! Und das ist der Anfang einer erfreulichen Heilungsgeschichte.

Ungeduld und Verantwortung

In der Praxis hat die Ungeduld aber noch andere subtilere Auswirkungen: die Patienten fühlen sich mit der Zeit Verantwortlich für mein Wohlsein. Das ist immer dann der Fall, wenn ich als Therapeut mein Wohlbefinden zu stark an den Heilungserfolg binde.

Ich will hier jetzt nicht allzu philosophisch abschweifen, aber es ist eben immer ein Problem, wenn mein grundsätzliches Wohlgefühl nicht aus meinem Sein kommt, sondern an mein Machen gebunden ist.

Es ist eben. nicht nur mein Problem, wenn mein Selbstverständnis und meine gute Laune davon abhängig sind, ob meine Patienten gesunden oder nicht. Warum? Weil meine Patienten das spüren und sich dann verantwortlich fühlen für meine Laune.

Sie wollen jetzt nicht nur für sich, sondern vor allem auch für mich gesund werden. Und auch wenn das kurzfristig oft tatsächlich ein Beschleuniger ist, werden sie sich langfristig von mir trennen (oft auf eine unschöne und verletzende Art), weil diese Verantwortung für sie auf Dauer nicht tragbar ist.

Es ist sicherlich vereinfacht, wenn ich sage: sich verantwortlich Fühlen für das Wohlgefühl anderer ist die Urwurzel für Krankheit.

Das Ungleichgewicht unsere Lebenskraft fängt da an, wo ich nicht mehr nach meinem Wohlgefühl gehe, sondern das Wohlgefühl meines Umfeldes als Richtlinie nehme. Und das passiert schon zu einer Zeit, in der ich noch kein einziges Wort sprechen kann. Ich fühle mich verantwortlich, weil ich erlebe wie sehr die Gefühlswelt meines Umfeldes auf mich reagiert. Und wenn das Umfeld gleichzeitig unfähig ist, seine Gefühlswelt selbst bewusst zu beeinflussen, treibt mich das in die Falle.

Und so wie Kinder darunter leiden, wenn sie die Verantwortung für ihr Eltern tragen, so leiden die Patienten, wenn sie die Verantwortung tragen, die ihnen nicht zusteht: dass es mir nämlich gut geht.

Am Ende müssen sie mich verlassen, weil dieses Muster ihre eigentliche Genesung verhindert. Ich als Therapeut bleibe dann verstört zurück, weil ich nicht verstehen kann, warum sie gehen, hatten wir doch so tolle »Erfolge« – es waren eben nur Scheinerfolge.

Grund #4 – Geduld ordnet Verantwortung

Therapeutische Geduld hilft also den Patienten, bei sich zu bleiben und ihre eigenen Bedürfnisse in den Fokus zu stellen. Damit lernen sie leichter

  • sich für sich selbst verantwortlich zu fühlen
  • und für ihr eigenes Wohlbefinden einzustehen.

Das stärkt ihre persönliche Verantwortlichkeit und nimmt ihrer soziale Verantwortlichkeit die Giftigkeit.

Geduld und das Gefühl

Jetzt habe ich so viel über Geduld geschrieben und noch gar nicht klar gemacht, was für mich Geduld bedeutet. Um das Wort Geduld besser einordnen zu können, finde ich es wichtig, ihm ein Gefühl als Indikator zuzuschreiben.

Die Geduld, die ich als therapeutische Superkraft wahrnehme, geht mit einem guten Gefühl einher.

Worte und ihr Bedeutung – das ist so eine Sache. Wir haben einen Begriff wie Sehnsucht, aber für jeden bedeutet er etwas anderes.

  • Die einen verbinden damit ein negatives Gefühl: das ist die Sehnsucht, die spürt, was da noch fehlt.
  • Und die anderen verbinden damit eher was Positives: das ist dann die Sehnsucht, die sich freudig auf das Erwünschte zubewegt.

Beide würde sagen: »ich bin sehnsüchtig«. Aber für beide bedeutet es etwas sehr anders und für beide gestalten sich die Umstände sehr gegensätzlich.

Geduld mit Unwohlsein

Und bei der Geduld gibt es eben auch die Geduld, die mit einem Unwohlsein einhergeht. Das ist die Geduld, die feststellt, was noch alles fehlt, wie weit alles noch entfernt ist vom Erwünschten.

Es fühlt sich eher an wie

  • ein Feststecken
  • auf-der-Stelle-Treten,
  • Ausgebremst-werden
  • und Ähnliches.

Fühlst du dich jetzt genau so und sagt dir dann: »Ich muss jetzt geduldig sein«, dann sagst du eigentlich

»Ich muss das Unwohlsein jetzt aushalten. Ich muss mich darin üben, mit meinem Unwohlsein klar zu kommen, mich daran gewöhnen. Ich muss lernen, geduldig zu sein.«

Und diese Art von unschöner Geduld wird zu keiner Superkraft. Im Gegenteil: diese Art der Geduld kommt aus einer sehr selbstverletzenden Haltung.

Da hast du deine Hand auf der heißen Herdplatte und sagst dann: »Ich muss das jetzt aushalten und lernen, geduldig zu sein bis ich den Ausschalter für den Herd gefunden habe.«

Nein, das musst du nicht: nimm einfach die Hand von der Platte – und zwar so schnell wie möglich.

Geduld mit Wohlsein

Die Geduld, die ich meine, geht mit einem Wohlgefühl einher. Diese Therapeutische-Superkraft-Geduld ist auf die Anwesenheit des Erwünschten fokussiert.

Sie weiß um die Gewissheit des Erwünschten. Sie weiß um den Schöpferwirbel. Sie weiß um den Strom, der zum Erwünschte führt und nimmt die Bewegung war, die dich immer näher zum Erwünschten bringt. Deshalb geht sie mit Optimismus und Vertrauen einher.

Und sie wird deshalb zur therapeutischen Superkraft, weil damit das Erwünschte für den Patienten ebenfalls dominant wird. (Auch dann, wenn darüber gar nicht gesprochen wird.)

Das Erwünschte leuchtet heller, zieht stärker, ruft lauter und bekommt somit mehr Präsenz. Woran kann der Patient das erkennen: er fühlt sich besser. Er spürt, dass er auf dem richtigen Weg ist, dass er die Dinge richtig macht, dass sich alles ordnet und findet.

Deshalb ist Geduld die therapeutische Superkraft, weil sie dein Gegenüber sofort besser fühlen läßt. Was bedeutet: der Widerstand ist geringer geworden. Was bedeutet: die Lebenskraft ist ihrem Gleichgewicht einen Schritt näher gekommen. Was bedeutet: Gesundheit naht.

Die feine Wahrnehmung deiner Gefühle

Aber: es braucht eine feine Wahrnehmung, um das begleitende Gefühl neben der Geduld zu identifizieren. Denn der Unterschied ist nicht der von der Sorge (»Ob das was wird?«) zur Euphorie (»Das wird was?«). Dieser Unterschied ist leicht zu bemerken.

Die Unterschiede sind oft viel subtiler. So fein, dass dafür gar keine Worte zu finden sind, außer ein klein bisschen schlechter und ein klein bisschen besser.

Und diese Nuancen im Fühlen sind nur dann wahrnehmbar, wenn es für dich selbstverständlich wird, dass du dich einfach bessern fühlen darfst.

Erst wenn das Wohlgefühl für dich natürlich wird, kannst du registrieren, dass du dich unwohl fühlst. Und je natürlicher für dich das Wohlgefühl wird, desto schneller bemerkst du auch die kleinen Nuancen Richtung Unwohlsein.

Wenn Unwohlsein für dich normal geworden ist hilft Geduld niemandem

Wenn für dich Unwohlsein ein Normalzustand ist, mit dem es eben zu Leben gilt, hast du dich so sehr daran gewöhnt, dass du das Unwohlsein gar nicht mehr also solches wahrnimmst (siehe »Das getarnte Gefühl. Normalität«) und dann muss der Unterschied sehr groß sein, damit du das gute Gefühl spüren kannst.

Was wiederum bedeutet: erst wenn der erwünschte Zustand fast manifestiert wird, kannst du ein gutes Gefühl dazu haben. Das wiederum ist für dein Gegenüber kein große Hilfe. Denn wenn es schon so weit ist, braucht dein Gegenüber deine Geduld nicht mehr. Denn es spürt selbst, dass es gleich so weit ist.

Dein Gegenüber braucht deine Geduld vor allem dann, wenn niemand in seinem Umfeld die erwünschten Umstände sehen kann (vor allem auch dein Gegenüber selbst nicht).

Und das bedeutet für die meisten: wenn du versuchst geduldig zu sein, wirst du keine Euphorie dabei empfinden. Es sind subtile positive Gefühle. Ein klein wenig schlechter und schon ist es die hinderliche Geduld mit einem subtilen Unwohlsein. Und ein klein wenig besser und schon ist es die förderliche Geduld mit einem subtilen Wohlsein.

Grund #5 – Geduld läßt dein Gegenüber sich einfach besser fühlen.

Geduld wird also erst dann zur therapeutischen Superkraft, wenn für dich das »Einfach besser Fühlen« normal und natürlich ist. Erst dann spürst du wirklich, ob die Geduld mehr mit einem Wohlsein einhergeht oder mehr mit einem Unwohlsein. Im ersten Fall fördert sie das Wohlbefinden deines Gegenübers und im zweiten Fall hemmt sie das Wohlbefinden deines Gegenübers.

Also: das »Einfach besser Fühlen« ist eben auch dann sehr hilfreich, wenn du die therapeutische Superkraft entwickeln willst.

Mach es einfach. Mach es jetzt.

Michael Antoni Unterschrift

 

 

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