Homöopathie Lektion 4 – Potentialentfaltung

von 8. Mrz 2017

Homöopathische Selbstorganisation ist Potentialentfaltung

 

Diese Selbstorganisation können wir als Potentialentfaltung zu verstehen. Wir können uns das vereinfacht in drei Schritten vorstellen:

  1. Gleichgewicht verlieren
  2. Sich neu auf das Gleichgewicht ausrichten
  3. Wieder ins Gleichgewicht zurückfinden

Allerdings ist das Gleichgewicht, welches ich wiedergefunden habe, ein anderes, als das, welches ich verloren hatte. Will sagen: das Gleichgewicht ist nach dem Wiederfinden stärker, stabiler auf einer höheren Ebene.

Ein Gewinn

Patienten, die einen Heilungsprozess erfolgreich durchlaufen haben, sind einfach anderen Personen geworden. Sie sind nicht die, die sie vor der Erkrankung waren. »Hey, endlich ist alles wieder so wie früher – yeah.« So ist das ja nicht. Sie sind »besser« geworden, erfüllter, irgendwie mehr.

»Ich hab so viel dazugelernt, bin so dankbar, wie alles gelaufen ist, fühle mich so gut wie noch nie!«

Durch den Heilungsprozess » gewinnen« wir etwas dazu. Die Erkrankung erzeugt einen potentiellen Gewinn, der von mir abgeholt wird nach erfolgreicher Heilung.

Die drei Schritte der Potentialentfaltung

Formulieren wir die drei Schritte der Selbstorganisation um für die Potentialentfaltung:

  1. Gleichgewicht verlieren = Problem erleben = potentielle Lösung erschaffen
  2. Die Lebenskraft richtet sich jetzt aus auf das neue Gleichgewicht, die potentielle Lösung
  3. Das Wieder-im-Gleichgewicht-sein ist das Entfalten der Lösung, die jetzt lebbar und erfahrbar wird. Also: Potentialentfaltung

 

Das Problem läßt die Lösung entstehen

Das Problem ist die Geburtsstätte der potentiellen Lösung

Wenn ich ein Problem erlebe, wird durch das Problem eine Lösung erschaffen. Obwohl diese Lösung für mich augenblicklich nicht abrufbar ist, wird sie als neuer Ort des Gleichgewichts von meiner Lebenskraft anvisiert. Auch wenn ich die Lösung noch nicht kenne, kennt meine Lebenskraft die Lösung. Sie fängt an, sich auf diese Lösung hinzubewegen. Gelingt dies, erleben wir die Lösung. Dann sind wir dankbar für das Problem, welches uns jetzt diese wunderbare Lösung geschenkt hat.

Das Mysterium des Gleichgewichts

Wenn ich ein Experte im Gleichgewicht werden will, muss ich immer wieder mein Gleichgewicht verlieren und an die Grenzen des Gleichgewichts gehen, damit ich durch das Wiederfinden sicherer werde. Das ist das Mysterium am Gleichgewicht. Man erlangt es nicht einmal, wie ein Diplom und hat den Abschluss dann in der Tasche und muss sich dann nicht mehr darum kümmern. Man verliert es ständig und findet aber immer wieder zurück – permanent. So schnell und fließend, das wir es im Alltag gar nicht bemerken.

Fazit: das Ungleichgewicht erschafft ein Potential. Und das wieder ins Gleichgewicht kommen, entfaltet dieses Potential.

Potentialentstehung und Potentialentfaltung im Prozess

Potentialentstehung und Potentialentfaltung im Prozess

 

Somit unterstützt Homöopathie – wie jede andere auf Selbstorganisation beruhenden Therapieform – die Potentialentfaltung. Potentiale, die ich selbst erschaffen habe durch meine spezifischen Probleme und die ich dann auch auslebe, wenn ich wieder im Gleichgewicht bin. Immer und immer wieder.

4 Kommentare

  1. Ulrike Krüger

    Lieber Michael,

    der Blog ist richtig hübsch geworden.
    Beim Durchlesen von Art.4 erinnerte ich mich
    an das 1. Schuljahr in Homöopathie,
    als wäre jedes Wort hörbar.
    Toll : )

    Antworten
    • Michael

      Hallo Ulrike,
      oh danke, dass Du Deine Freude hier mitteilst. Ich freue mich, dass es Dir gefällt. Ich nutze den aktuellen Homöopathie-Unterricht mit den neuem Kurs, um meine „allgemeinen und philosophischen Gedanken“ zur Homöopathie, die im Unterricht vorkommen, in kleine Artikel zu verpacken und hier auf den Blog zu stellen. Mein kleines Frühjahrs-Projekt. Schön, dass Du Dich erinnerst.
      Liebe Grüße
      Michael

      Antworten
  2. steffen

    wie toll. im grunde eine wunderbare metapher für die funktion des gehens.

    gehen heisst: meinen massenschwerpunkt pendelartig über die senkrechte gravitationsachse nach vorn verlagern und mich von dort fallen lassen, mich der schwerkraft hingeben. und dabei aber ein bein vom intelligenten körper schon so vorausplatziert zu haben, dass es die fallende körpermasse abfängt und stützt und so zu einer neuen achse wird für den nächsten schritt, mit dem fuss als drehpunkt, über den ich wieder die masse hebe und fallen lasse… und so weiter.

    und nur durch die bereitschaft, mein zentrum ins ungleichgewicht zu bringen, mich fallen zu lassen, komme ich gehend voran. und nach jedem schritt bin ich an einem leicht anderen ort und nicht am selben wie zuvor.

    gehen wäre somit eine ganz einfache, simple, alltägliche, schon tausendfach gemachte erfahrung dessen, was du hier abstrakter für potenzialentfaltung beschreibst. wie schön. das gefällt mir. 🙂

    Antworten
    • Michael

      Hallo Steffen,
      vielen Dank für die tolle Analogie zum Gehen. Genau so ist es gemeint. Die Hirnforscher haben herausgefunden, dass ein Kind, wenn es Gehen lernt, viele tausende Male scheitert; es fällt hin und kann es nicht. Also das haben sie nicht herausgefunden. Das ist ja klar. Aber jetzt kommt es: keiner dieser unzählig vielen Momente des Nicht-Gelingens wird im Gehirn abgespeichert. Nichts davon bleibt zurück. Jeder dieser Momente führt nur dazu, dass das neue Ziel um so klarer wird. Im Kind gibt es dann nur: da will ich hin! Es stellt sich nicht die Frage: „Warum passiert immer mir das? Was mache ich falsch? Was stimmt nicht mit mir, dass ich hinfalle? Oh, das wird nie was. Typisch.“ Es verliert das Gleichgewicht und ist sofort darauf ausgerichtet, die Muskelpartien beim nächsten Versuch noch besser zu koordinieren. Es erlebt sich nur konstant weiter entwickelnd.
      Wenn wir Erwachsenen versuchen würden dem Kind das Gehen beizubringen, dann würde es das mit fünf noch nicht können und es wäre voller traumatischer Erinnerungen des Scheiterns.
      Wie gut, dass dies noch anders ist.
      Danke für deinen Kommentar.
      Herzliche Grüße Michael

      Antworten

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