Ignorierst du deine Gefühle, bist du verloren.

von 27. Jun 2017

Wie der Blog und viele Artikel vermuten lassen: deine Gefühle sind schon ein bisschen wichtig. Deshalb: ignorierst du deine Gefühle, dann bist du verloren – ohne Scheiß.

Du darfst vieles ignorieren. Wirklich. Du musst sogar vieles ignorieren, wenn du nachhaltig dein Leben verändern willst. Aber eines darfst du auf keinen Fall ignorieren: deine Gefühle.

Wenn du nicht weißt, wie es dir geht, dann weißt du nicht, wo du stehst auf deiner Reise zum Erwünschten. Und dann irrst du umher und fühlst dich abhängig von äußerer Führung.

Deine Gefühle sind extrem wichtig, da sie dein Navigationsgerät sind, dass dir deinen Weg weißt.

Aus diesem Grund finde ich bei negativen Gefühlen folgende Gewohnheiten ziemlich unvernünftig:

  • Dir einreden, wie gut du dich doch fühlst. (Positives Denken)
    »Ich fühle mich großartig. Ich füüühhhleee mich großartig!«
  • Dich selbst verurteilen, dass du dich schlecht fühlst. (Selbstanklage)
    »Was mache ich nur falsch? Ich bin schlecht!«
  • Das schlechte Gefühl ignorieren. (Einfach weiter Funktionieren)
    »Da muss ich jetzt durch. Das Leben ist keine Wunschveranstaltung.«

Lass das alles: das einzige, was mit Gefühlen »gemacht werden muss«, ist: sie wahrnehmen.

Du, dein Auto und dein Tank

Stell dir vor, du fährst mit deinem Auto und bemerkst, dass die Tankanzeige bedrohlich auf Leer steht.

Dann führst du doch keine selbstmotivierenden Gespräche, bei denen du dir einredest, dass dein Tank in Wirklichkeit total voll ist.

»Mein Tank ist voll. Ich bin großartig, denn mein Tank ist voll. Ich verdiene einen vollen Tank.«

Und schon gar nicht brichst du in verzweifelter Selbstanklage aus, weil dir das schon wieder passiert ist.

»Was mache ich nur falsch? Mein Tank ist schon wieder fast leer. Was bin ich nur für ein schrecklicher Mensch? Ich bekomme das wohl nie hin. Wie weit ist es nur gekommen mit mir?«

Und sicherlich klebst du auch keinen Smiley auf die Anzeige, um nicht wieder an die Leere erinnert zu werden.

»Ich fahre weiter, da müssen wir jetzt durch. Koste es, was es wolle. Wer sagt, dass es beim Autofahren um volle Tankanzeigen geht? Es muss eben auch ohne gehen. Das Autofahren ist kein Zuckerschlecken. Es dreht sich nicht alles um Tankanzeigen.«

Du weißt, was zu tun ist, wenn dein Tank leer ist: du fährst tanken! Ganz einfach. Und schon strotzt die Tankanzeige voller Fülle.

Deine Gefühle sind deine Tankanzeige

Du musst dir klar machen: deine Gefühle sind deine Anzeige für deinen »Energie-Tank«. Wenn du dich schlecht fühlst, ist es dämlich, wenn du dich vor den Spiegel stellst und dir einredest, du würdest dich gut fühlen. Lass das!

Stelle fest, dass du dich nicht so gut fühlst, nimm es zur Kenntnis. Und dann kümmerst du dich darum. Du betankst dich. Zum Beispiel mit den WoWs (Workout of the Week).

Du lernst eben, wie du dich einfach besser fühlen kannst. Das ist gar kein großes Geheimnis. Du kannst dir ja auch immer wieder Hilfe von Aussen holen, um deine Gefühle zu verbessern. Super. Du wanderst einfach ein paar Sprossen auf der Gefühlsleiter hoch (sie Gefühls-Skala). Fertig. Fahr einfach tanken.

Das negative Gefühl – dein Freund.

Stell dir vor, du hättest ein Auto bei dem die Tankanzeige fehlt. Wie oft würdest du mit leerem Tank irgendwo in der Pampa stehen bleiben? Ich schwöre dir, du würdest dir sehr schnell eine Anzeige wünschen.

Selbiges gilt für deine Gefühle.

Deine negativen Gefühle sind deine besten Freunde. Ohne sie wüsstest du gar nichts. Nicht einmal wie toll sich das Gute anfühlen würde. Ignorierst du deine Gefühle, weißt du nichts – absolut nichts.

Es scheint eine weitverbreitete Annahme zu sein, das es grundsätzlich schlecht ist, wenn du negative Gefühle empfindest. Deshalb ja all diese Gewohnheiten: dich verurteilen, dir etwas anderes einreden, oder es ignorieren. Und das ist totaler Blödsinn!

Freue dich, wenn du Unwohlsein feststellst!

Wenn du dich schlecht fühlst, machst du folgendes: freue dich! Schon klar, dass geht so emotional nicht. Aber mach dir folgendes mental klar: das augenblickliche negative Gefühl zeigt an, dass dein Navi funktioniert und es zeigt dir an, dass

  • du einen neuen Wunsch erschaffen hast, der in deinem Schöpferwirbel auf dich wartet (große Freude)
  • du den Kurs ändern musst, weil du in die unerwünschte Richtung unterwegs bist.
  • du deshalb aufhören musst, mit dem, was du gerade machst.
  • es an der Zeit ist, dir eine »Auszeit« zu nehmen.
  • du dir klar machst: ich will mich einfach besser fühlen!
  • du dich jetzt die Sprossen der Gefühlsleiter hinaufbewegen läßt (weil das von allein geschieht, wenn du es nicht verhinderst)

Du kannst nur dann zum tanken fahren, wenn du es bemerkst, dass du tanken musst. Also spüre hin und stelle es fest. Punkt aus.

Wirklich: du kannst alles ignorieren – alles, bis auf deine Gefühle. Ignorierst du deine Gefühle, bist du verloren. Also nimm sie wahr.

Michael Antoni Unterschrift

2 Kommentare

  1. lisa marie

    „Das Autofahren ist kein Zuckerschlecken. Es dreht sich nicht alles um Tankanzeigen.«
    Wunderbar, danke!
    Meine Mission in Sachen Gefühlsmanagement ist in lautem Gange. Ich doziere freimütig herum und verkünde die Frohe Botschaft: ‚doch, Ihr dürft Euch besser fühlen‘. Behalte dabei freilich Maß, damit auch Platz bleibt für schlechte Gefühle und keine Ketzerstimmung aufkommt..:-)
    Viele liebe Grüße.

    • Michael

      Hi Lisa,
      ich find dich herrlich. Maßvoll – sehr schön.
      Danke. Herzliche Grüße Michael

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