Lass es nicht am gleichen Platz.

von 19. Jul 2017

Neulich in der Praxis

 

Patient kommt rein, setzt sich auf den Stuhl und sagt: »Ich muss gestehen, immer wenn ich hier auf dem Stuhl sitze, bin ich sehr nervös! Aber gut. Los geht es! Ich …«

Mit dieser Aussage zum Anfang macht der Patient ein sehr verbreitetes Muster deutlich: Augen zu und durch. Heißt übersetzt: »Ich scheiß drauf, wie ich mich fühle. Ich ziehe das jetzt durch. Wer A sagt muss auch B sagen. Basta!« Kennst du das?

Zwei Anmerkungen dazu:

  1. Das Gefühl wird ignoriert. Ungünstige Idee. Lese hier, was passiert, wenn du deine Gefühle ignorierst.
    Es geht eben nicht darum, das Gefühl zu ignorieren und einfach weiter zu machen, sonder darum, das Gefühl wahrzunehmen und es zu bewegen, bevor du weitermachst. Lass es nicht am gleichen Platz!
  2. Die Umschreibung, die der Patient wählt ist eine statische. Ich bin so. Punkt. Aus. Fertig. Diese statische Umschreibung ermöglich keine Veränderung. Sie eröffnet keinen Spielraum für Veränderung. Und das hat nichts mit den Worten zu tun. Hier auf dem »Papier« erscheint es so, aber im »richtigen Leben« nehmen alle Sinne deutlich das Energie-Muster war, welches hinter den Worten wirkt: ein statisch definiertes Urteil.

Die Arbeit

Veränderung bedeutet: verändere es! Lass es nicht am gleichen Platz. Sag etwas anderes wie:

»Ich brauche ein klein wenig, bis ich angekommen bin. Ich spüre, wie ich unter Strom bin, wenn ich hier sitze. Ich muss mich erst anpassen. Auf der eine Seite spüre ich, dass ich bereit bin für die Energie, aber auf der andere Seite spüre ich alte Widerstände über mich zu reden. Aber diese Widerstände werden weniger, gehen sogar weg und dann bin ich da und kann unser Treffen genießen.«

Das ist die Arbeit. Um das geht es. Jetzt ist das Thema an einem anderen Platz. An einem leichtern Platz – es ist bewegt. Und dort bleibt es dann auch, bis es weiter bewegt wird.

Wenn du nur sagst: »Ich bin immer so nervös!«, dann lässt du es da, wo du es nicht haben willst. Zudem gibst du eine statische Beschreibung von dir ab. Wie soll sich dann etwas ändern. So eine Behauptung hat keinen Spielraum für Veränderung.

Die Bedeutung des Alltags

Es geht also immer darum, einen Spielraum zu erzeugen, der Bewegung ermöglicht. Vor allem in den alltäglichen unscheinbaren Situationen. Dort ist es wichtig und enorm wirksam.

Unsere Problem sind deshalb aktiv, weil wir im Alltag in vielen kleinen unscheinbaren Situationen unsere Gefühle ignorieren und einfach weitermachen.

Es ist nicht das riesige Problem, dass gelöst werden muss, um endlich Glückseligkeit zu erlangen. Vielmehr sind es die vielen, kleinen Alltags-Situationen, in denen wird die Möglichkeit für Veränderung übersehen, weil wir das Gefühl ignorieren und uns statisch beschreiben, fühlen und verhalten.

Suche den Spielraum!

Dieser Spielraum ist energetisch, schwingungsmäßig, nicht verbal. Aber über das Verbale ist es möglich, die Energie zu bewegen und dann kannst du diese Energie-Bewegung auch spüren. Es geht nicht um die Worte, sondern um das Gefühl, welche die Worte hinterlassen.

Du nimmst wahr, dass du dich unwohl fühlst, dann bewegst du das Thema bis es sich besser anfühlt und erst dann machst du weiter.

Das kannst du alles im Stillen mit dir selbst machen, so dass niemand etwas mitbekommt. Das wie ist egal. Hauptsache du kümmerst dich um dein Gefühl und fühlst dich einfach besser.

Also bewege das Thema, wenn du es bemerkst, so dass sich ein neuer Spielraum eröffnet, der sich leichter anfühlt. Lass es nicht am gleichen Platz. Bewege es! Das ist die Arbeit.

Sommerliche Grüße

Michael Antoni Unterschrift

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