Leidenschaft & Herz – mein Weg aus der Angst in die Freude

von 18. Dez 2019

Eine meiner größten Ängste war es, vor anderen zu sprechen. Sprache war für mich extrem schwierig. Zur Schulzeit war Deutsch für mich der »Horror«. Ich war einfach unfähig, dass abzuliefern, was gefordert wurde. Heute verdiene ich mein Geld mit Unterrichten, Vorträge halten und Artikel schreiben. Ich arbeite mit Patienten und erkläre ihnen meine Gedanken. Begleite sie auf ihrem Weg, ihre Ängste zu überwinden und die Person zu werden, die sie sich wünschen.

Einen Gedanken zu fassen, ihn auszuformulieren und mit andern zu teilen – früher ein Ding der Unmöglichkeit – bereitet mir heute die meiste Zeit über Freude, auch wenn es zu Weilen immer noch anstrengend ist, viel Zeit braucht und sich trotzdem noch viele Fehler einschleichen.

Was hat diese Wandlung möglich gemacht? Leidenschaft und Herz. Die Begeisterung für Etwas hat mein Leben verändert und eine meiner größten Ängste zu einer meiner wichtigsten Stützen meiner beruflichen Laufbahn verwandelt. Wenn das für mich möglich war, dann ist es das für dich auch! Im Artikel erzähle ich von meinem Weg aus der Angst vor der Sprache und dem Schreiben hin zur Freude im Umgang damit.

Lesezeit: 9–12 Minuten

Bild: ich

Ich war ein schüchterner Junge. Und ich war ein Träumer. Ich war immer ein wenig abwesend, versteckt in meiner Fantasie-Welt. Schule war für mich: nun ja, Schule eben. Aber Deutsch war für mich der Horror. Das war mein absolutes Problemfach. Ich stand immer zwischen vier und fünf.

Ich habe hierzu auch ein Video gemacht. Einfach draufklicken. 

Die Angst vor der Sprache und dem Schreiben

Zwei Dinge daran waren besonders lähmend: Zum einen das leere Blatt Papier, das darauf wartet, dass es endlich gefüllt wird mit Buchstaben, die zu Worten werden, welche Sätze bilden, die wiederum einen Gedanken sichtbar machen sollen – meinen Gedanken. Aber welchen Gedanken habe ich denn? So genau konnte ich das nicht sage. Ich hatte eine Ahnung wie ich mich fühlte, was das mit mir machte, aber wie ich das ausdrücken konnte, das wußte ich nicht. Zum anderen: jetzt auch noch diese schwer beschreibbaren Gedanken mitteilen über Sprache – nein, nein besser nicht. Ein Referat halten, vor anderen frei Sprechen – äh … also … äh … Das war damals … schlimm für mich!

Leidenschaft und Herz. Das lähmend leere Blatt Papier

Ein leeres Blatt Papier hat mich immer gelähmt. Ich fühlte mich wie die Maus vor der Schlange.

Meine Kriterien für meine Studienwahl waren nicht Freude, Neugierde oder Karriereaussichten. Nein , nein.

  • Das wichtigste Kriterium war: Sprache muss die geringste aller Rolle spielen.
  • Kriterium Nummer zwei war: Es muss mindestens ein Freund das gleiche studieren.
  • Und Kriterium Nummer drei: Ich muss dabei zu Hause bleiben können.

Das sagt viel über den 19-Jährigen aus, der ich damals war. Am Ende habe ich Elektrotechnik studiert mit meinen drei Freunden Haugi, Oli und Erwin. Jungs, ohne euch hätte ich das Studium niemals anfangen können. Ich habe es dann ohne euch fertig gemacht – weil ich einfach langsamer war, als ihr – aber anfangen, das wäre nie gegangen. Danke euch dafür.

Das Wunder

Das ich heute meinen Traumberuf ausübe, ist für mich ein kleines Wunder. Und da stellt dich die Frage: Wie ist so was möglich? Wie kann so ein Wandlung stattfinden? Wie kann meine größte Angst zu meiner Qualität werden.

Ganz sicher nicht, weil ich mir gesagt habe: »Da wo die Angst ist, da gehts lang.« Ich habe nie versucht mich meine Ängsten zu stellen, nie nach dem Motte gehandelt: Reus aus der Komfortzone.

Die Überwindung der Angst war nie mein Orientierungspunkt.

Das, was die Wandlung angetrieben hat, war mein Herz. Der Motor für diese Entwicklung war eine entfachte Begeisterung und eine ausdauernde Leidenschaft.

Die Entdeckung der Symbolsprache – meine Leidenschaft für die Astrologie

Meine Leidenschaft war und ist die Astrologie. Ich weiß, dass hier alle schnell ihre Klischee-Vorstellungen haben über diesen »Hokus Pokus«. Aber darüber werden wir uns hier jetzt nicht austauschen.

Das was ich erzählen will ist: die Astrologie hat mir eine Sprache geschenkt. Über die Sprache der Symbole habe ich einen Weg gefunden, meine Gedanken für mich greifbar zu machen. Die Systematik der astrologischen Symbolwelt hat meine so schwer greifbare, verträumte Gedankenwelt geordnet und sortiert. Gedanken waren für mich oft mehr Ahnungen und Gefühle, als Wörter in meinem Kopf. Deshalb war es immer so schwer, das was da in mir abging in Worte zu packen.

Aber über die reichhaltige und vor allem logisch strukturierte Symbolsprache der Astrologie waren da plötzlich Bilder, die zu meinem Ahnungen und Gefühlen gepasst haben. Und genau das war der Schlüssel, der mir bis dahin gefehlt hat. Denn Bilder konnte ich beschreiben. Und da diese Bilder oder die Kombinationen von Bildern meinen Ahnungen und Gefühlen entsprachen, konnte ich endlich Worte finden.

Endlich gab es einen Weg, über die archetypischen Bilder der Seele, der Ur-Sprache der Symbole das in Worte zu fassen, was mich bewegte.

Von einem der in die »Fremde« zog

Die Leidenschaft zur Astrologe hat mir nicht nur eine Sprache geschenkt, sondern mich auch in die »Ferne« geführt. Ich habe damals nach meinem Studium das erste Mal eine Ausbildung anfgefangen, bei der ich niemanden kannte, die ich ganz allein für mich gemacht habe und ich am Abend eben nicht wieder nach Hause konnte.

Das war damals ein große Sache. Und es hat sich gelohnt. Es war eine lebensverändernde Entscheidung.

In der Ausbildung habe ich meinen besten Freund Josh kennengelernt. Ein paar Jahre später bei einem weiteren Ausbildungsseminar habe ich dann auch die Frau kennengelernt, die mich nach aus meinem Nest nach Berlin »lockte«. Der Liebe wegen bin ich nach Berlin gezogen und habe zur großen Überraschung die noch größere Liebe gefunden in meiner Ehefrau. Ich bin hier Vater geworden und Heilpraktiker. Jetzt wohne ich 21 Jahre glücklich hier in Berlin. Alle das würde es nicht geben, wenn ich nicht diese Astrologie-Ausbildung gemacht hätte.

Aber das, was dort vor 26 Jahren vor allem entstanden ist, war ein Sendungsbewusstsein, dass aller Welt von der Großartigkeit der Astrologie berichten musste. So ein Gefühl kannte ich vorher nicht. Und diese Leidenschaft, mich mitteilen zu wollen, wurde einfach immer, immer größer.

Mein erster Vortrag

Zu dem Zeitpunkt hatte ich ein halbes Jahr lang in einem Montessori Kinderhaus als beratender Astrologie mitgearbeitet und das hat zu meinem ersten Astrologie-Vortrag geführt. »Die Entdeckung des unbekannten Kindes – Astrologie und Montessori-Pädagogik«.

Leidenschaft und Herz – Vortrag Montessori Pädagogik und Astrologie

Mein erster Vortrag: Die Entdeckung des unbekannten Kindes.

Jetzt, da endlich eine Sprache gefunden wurde, ware die Leidenschaft und der Drang darüber erzählen zu wollen, einfach viel, viel größer, als die Angst vor dem Sprechen. Ich musste es einfach machen.

Vortragserarbeitung

Mein großes Hindernis damals was das Schreiben: meine Gedanken sortierten, sie aufschreiben, dass wollte einfach immer noch nicht klappen. So dachte ich erst: ich improvisiere und versuche einfach frei zu sprechen. Aber das habe ich mich dann doch nicht getraut. Da war die Angst zu groß.

Mein Ausweg: ein Kassettenrecorder und ein Mikrofon.

Ich habe meine Gedanken zum Vortrag auf Band aufgesprochen. Gedanken aufnehmen, anhören, verändert neu aufnehmen und wieder anhören. Gedanken weiterentwickeln, alles von vorne anhören und so weiter.

So habe ich mir einen 2 Stunden Vortrag erarbeitet. Jedesmal kamen ein paar Minuten dazu. Das hat Wochen gedauert. Aber genau das hat mir die Sicherheit gegeben, immer ganz genau zu wissen, wo ich gerade bin und was gleich kommen wird, ohne ein Blatt Papier zu brauchen auf dem die Gedanken niedergeschrieben sind.

Alles war in meinem Kopf: wohlsortiert und hunderte Male aufgesagt und angehört.

Diese Sicherheit war mir wie ein Geländer an dem ich mich festhaltend in die unbekannten Gefilde der Vortragswelt vortastete.

Freude und Erfüllung, statt Angst und Versagen

Der Vortrag war ein so beglückendes und erfüllendes Ereignis, dass ich von da an ein Astrologievortragender war. Mit Herz und Seele. Allerdings habe ich nicht mehr wie vier neue Vorträge im Jahr geschafft, weil die Art der Vortragserarbeitung und Vorbereitung eben sehr zeitintensiv war.

Die Erlösung des Schreibblockade

Mein bester Freund Josh – Werbetexter – hat mich dann gedrängt endlich mit dem Tagebuchschreiben anzufangen. Ich habe das Buch »Der Weg des Künstlers« gelesen und mit den berühmten Morgenseiten angefangen.

Leidenschaft und Herz – Der Weg des Künstlers

Meine erste gute Schreiberfahrung mit den Morgenseiten. Der Weg des Künstlers von Julia Cameron

Das hat überraschenderweise ganz gut geklappt. Drei Seiten einfach so zu beschreiben mit dem einzig Sinn, die Seiten zu füllen, also ganz ohne inhaltliche Absicht, das hat erstaunlich gut geklappt. Ich habe die ersten Wochen auch wirklich keine einzige dieser Seiten gelesen. Ich habe sie geschrieben und danach weggeschmissen.

Josh hat mir dann Bücher von Wolf Schneider geschenkt: »Wörter machen Leute« und »Deutsch für Profis«.

Leidenschaft & Herz – Wörter machen Leute von Wolf Schneider

Meine erste angenehme Berührung mit der deutschen Sprache. Wolf Schneiders und Wörter machen Leute.

Über das Lesen dieser Bücher habe ich Deutsch neu kennengelernt. So schlimm war das alles gar nicht, wie ich es aus der Schule kannte. Deutsch kann spannend sein, Freude bereiten und Lust machen. Ich hatte einfach keine guten schulischen Rahmenbedingung.

Und so habe ich angefangen, mich mit der deutschen Sprache und dem Schreiben anzufreunden. Ich habe angefangen Worte aufs Papier zu schreiben und war erstaunt, dass es am Ende gar nicht so schlimm war, sondern manchmal tatsächlich auch Spaß gemacht hat. Auch wenn es ein langwierige Sache war.

Der »Märchenschreiber«

Tja und dann kommt meine Cousine ins Spiel: sie wollte unbedingt eine schriftliche, astrologische Ausarbeitung als Taufgeschenk für ihre Nichte. Und obwohl ich mich mit Händen und Füßen gewehrt hatte, bestand sie darauf – und so ließ mich dann doch überreden. So entstand die erste schriftliche Auftragsarbeit, für die ich auch noch Geld bekomme habe. Das war Wahnsinn. Dagegen war das Abgeben meiner Diplomarbeit nur ein zartes Lächeln.

Ich hatte damals ein Konzept entwickelt, mit dem ich die astrologischen Konstellationen im Geburtshoroskop in eine Märchenerzählung verwandelte. Und so wurde ich ein Geschichtenerzähler, ein Märchenschreiber, der dein ganz persönliches Märchen schrieb. Das war kaum zu glauben.

Ich hatte dann einige solcher »Aufträge«. Das war sehr gut, um etwas mehr schreiben zu lernen, aber schlecht um Geld zu verdienen, da ich meist vier bis sechs Wochen brauchte, um das Märchen fertig zu bekommen. Ich war eben nicht nur langsam, sondern hatte auch eine hohe Anspruch, die richtigen, weil stimmigen Bilder zu finden und sie in passende Worte zu kleiden.

Aber: der Schreibbann war gebrochen!

Das Sichtbar werden – Beruf und Berufung

Dem Ruf meines Herzens zu folgen und mich meiner Leidenschaft hinzugeben hat dazu geführt, dass der schüchterne, verträumte und oft unsichtbare Mensch, der ich war, anfing, sichtbarer zu werden.

Ich habe mich immer als sehr schüchtern erlebt. Ich tat mir schwer mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Auf Veranstaltungen habe ich mich immer sehr unwohl gefühlt, einfach weil ich nicht wusste, was ich sagen soll, wie ich ein Gespräch anfangen kann. Mit dem sogenannten »Smalltalk« habe ich sehr gefremdelt. So war ich der freundliche, stille Typ im Hintergrund, der eher nicht auffällt.

Sobald aber mein Thema berührt wurde, leuchtet ich hell wie eine Sonne. Ich habe mich sicher gefühlt und kompetent. Ich war ganz bei mir. Ich fühlte mich einfach richtig. Und so wurde ich über die Jahre sichtbarer und präsenter für meine Außenwelt. Es war nur logisch, dass ich aus dieser Leidenschaft einen selbständigen Beruf gemacht habe.

Zeitsprung und YouTube

Auch wenn es mit dem »Sichtbar sein« viel besser geworden ist, fällt es mir auch mit fünfzig Lebensjahren zuweilen immer noch schwer. Tja, so bin ich eben. Aber ich habe eine neue Leidenschaft entdeckt. Und ich bin mir sicher, dass diese Leidenschaft das Wenige, was es da noch gibt, so weit klären und auflösen wird, wie es für mich möglich ist.

Mich mit meinen »Gedanken« in einem »Filmchen« zu zeigen, für alle Welt sichtbar – das wäre vor zwei, drei Jahren noch undenkbar gewesen. Es macht auch heute noch immer wieder ein beklemmendes Gefühl.

Aber: die Lust, diese Gedanken in ein Video zu packen ist einfach größer, als alle Beklemmungen.

Und so ist mein YouTube-Projekt jetzt meine neue Leidenschaft, die meine restlichen Ängst und Hemmung auflösen wird – da bin ich ganz sicher.

Das wir Zeit brauchen und Geduld, so wie ich es von mir kenne. Aber damit habe ich Erfahrung. Denn ich weiß: wenn mich mein Herz auf den Weg schickt, wird es Lösungen geben, die ich mir vorher nie hätte ausdenken können.

Leidenschaft & Herz – die Botschaft

Die Botschaft ist: wenn ich das schaffe, dann schafft du das auch!

Folge deiner Leidenschaft, deiner Begeisterung und dein Lust.

Ganz sicher werden dir dabei viele Ängste begegnen, viele Widerstände und Hindernisse. Aber die Leidenschaft, die Freude und die Begeisterung werden einfach um so viel größer und stärker sein und Lösungen aus dem Hut zaubern, die du dir nie hättest vorstellen können.

Ich hab nie nach dem Motto gehandelt. »Da wo die größte Angst ist, da gehts lang.«

Mein Moto war immer: »Das wo die größte Leidenschaft, das gehts lang.«

Und auf diesem Weg habe ich auch große Ängste und Widerstände überwunden und aufgelöst. Aber das was nie mein Fokus oder meine Absicht. Das hat sich eben so ergeben, weil ich dem nachgegangen bin, was mein Herz mir zugetragen hat.

Das ist die Botschaft: wenn du deinem Herzen folgst, dann werden sich alle Widerstände, alle Hemmnisse und alle Ängste irgendwann auflösen.

Wenn ich das kann, dann kannst du das auch! Das ist die Botschaft. Folge deinem Herzen.

Mach es einfach. Mach es jetzt.

Michael Antoni

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