Liebesbrief ans Geld.

von 15. Sep 2019

Für Viele, die ich kenne – mich eingeschlossen –, ist es schwierig, das Verhältnis zum Geld zu beschreiben. Wie genau ist diese Beziehung? Wie fühlt es sich an? Die Schwarz-Weiß-Malerei in Gut und Schlecht, abhängig von Kontostand, ist nicht hilfreich, wenn du deine Beziehung zum Geld verbessern willst. Schreibe einen Liebesbrief ans Geld und du wirst sehen, wie schnell Gefühle auftauchen, von denen du gar keine Ahnung hattest. Von den monetären Folgen gar nicht zu reden.

Lesezeit: 12–16 Minuten

Bild: ich

Das liebe Geld. Es regiert scheinbar die Welt und das Leben der Meisten. Und obwohl uns das klar ist, können wir selten sagen, wie genau die Beziehung zum Geld konkret ist. »Was? Ich kann dir ganz genau sagen, wie meine Beziehung Geld ist! Beschissen!«

Der Liebesbreif ans Geld – das Video

Geld und Gefühle

Ja, genau das meine ich: »Gut oder Schlecht«, das ist schon möglich – meist in Abhängigkeit vom Kontostand. Aber wenn ich frage: »Wie genau fühlst du dich, wenn du ans Geld denkst? Welche Art von Beziehung hast du zu Geld? Wie fühlt es sich an, wenn du Geld ausgibst?« Dann wird es für viele schwierig, dafür genauere und differenziertere Beschreibungen zu finden.

Jetzt fragst du dich vielleicht: »Was genau ist denn daran so schlimm? Ich gebe es eben aus, wenn ich es habe oder eben nicht, wenn ich es nicht habe. Ganz einfach! Wieso muss ich wissen, welche Beziehung ich zu Geld habe? Können wir die Gefühle nicht einmal aus dem Spiel lassen?«

Nein, das können wir nicht!

Die Wichtigkeit der Gefühle für das Geld

Eine Kernaussage auf »Hokus Pokus Fokus« ist:

»Wenn du nicht weißt, wie du dich fühlst in Bezug zum Wunsch, bist du verloren.«

Warum ist das so? Deine Gefühle zeigen dir an, wo du dich befindest auf deiner Reise zu deinem Wunsch. Deine Gefühle sind dein Navigationsgerät auf deiner Reise durch dein Leben. Wenn du nicht wirklich fühlen kannst, wie genau du dich gerade fühlst, dann weißt du weder, wo du stehst, noch welcher Schritt dich in welche Richtung näher ans Ziel bringt (also zu mehr Geld). Oder anders ausgedrückt: Dann ist dein Navi im Arsch.

Deshalb ist es super wichtig, dass du spürst, wie deine Gefühl zum Geld genau sind. Im Artikel »Geld und die Wichtigkeit der Gefühle« gehe ich darauf ausführlich ein.

Geld und das chronische Gefühl der Normalität

Nun ist es aber so, dass unsere Gedanken, die wir so zum Geld haben, für uns so selbstverständlich und normal sind, dass das chronische Gefühl dazu meist nicht mehr wahrgenommen wird (siehe »Normalität – das betäubte Gefühl«).

Es sind ja nicht nur unsere persönlichen Gedanken, sondern eben all die Wahrheiten und Erfahrungen, die wir bis zum heutigen Tage aufgeschnappt haben von Familie, Freunde und Gesellschaft. Und da wir das tagtäglich als »Wahrheit« erleben, wird es eben zur Normalität. Vor allem, wenn es sich um so etwas Abstraktes wie Geld handelt.

Geld? Abstrakt? Natürlich erleben wir Geld sehr konkret: es ist im Geldbeutel oder eben nicht. Wir können es ausgeben oder nicht. Den Mangel oder die Fülle erfahren wir sehr konkret. Aber erstaunlicher Weise bleibt es trotzdem etwas sehr Sachliches, Abstaktes. Es ist eben da oder eben nicht.

Aber welche Beziehung habe ich damit? Und noch wichtiger: wie fühle ich mich in Bezug zum Geld – unabhängig von der Anwesenheit oder Abwesenheit? All das ist nich so leicht festzustellen.

Geld und das akute Gefühl der besonderen Ereignisse

Die Gefühle zum Geld nehmen wir meist nur wahr, wenn etwas Außerordentliches geschieht. Dann taucht für eine kurze Zeit ein akutes Gefühl auf – vor allem, wenn das Außerordentliche den Mangel klar macht. In diesen Akut-Situationen nehmen wir uns möglicherweise auch vor, etwas im Außen zu ändern (sparsamer und fleißiger zu sein) und möglicherweise sogar die innere Haltung zu überprüfen und an unseren Glaubenssätzen zu arbeiten.

Aber wenn das Thema heiß ist, ist meist kein guter Zeitpunkt für Veränderung. Siehe »Kleiner Tipp fürs große Wohlgefühl #1 – nutze den Flow«. Kühlt es aber wieder ab, ist es schnell wieder vom Radar und die negativen Gefühle werden dann nicht mehr wahrgenommen. Weil es eben so normal und scheinbar »wahr« ist.

Machst du jetzt aber aus dem Abstrakten etwas Persönliches, aus einer Sache einen Menschen, verändert sich das schnell. Es wird viel leichter zu fühlen wie du dich fühlst, es geschieht eigentlich automatisch, dass die Gefühle auftauchen.

Und hier kommt jetzt der Liebesbrief ans Geld ins Spiel.

Der Liebesbrief ans Geld – ein Impuls von Carl Paoli

Wer hat mich auf den Liebesbrief ans Geld gebracht? In einem Podcast habe ich Carl Paoli zugehört, wie er seine »erfolgreiche Zeit« als »Movement-Coach« erlebt hat. Carl ist einer meiner Bewegungs-Helden. Ich kenne ihn jetzt seit 8 Jahren. Über ihn habe ich gelernt, wie man sich eigentlich bewegt: Kniebeuge, Liegestütz, Klimmzug, Handstand und so weiter. Sein Buch »Freestyle« hat ihn zum Bewegungs-Professor in der Fitness-Szene gemacht und war ein Riesenerfolg.

Doch wie das so ist: in seiner erfolgreichsten Zeit war er am unglücklichsten. Und er ging ziemlich mies mit dem plötzlich vielen Geld um. Und da hat er dann von dem Liebesbrief ans Geld erzählt. Er hat die Inspiration aus dem Buch vonPeta Kelly: »Earth is Hiring«. Carls Erzählungen haben mich so berührt, dass ich meinen Liebesbrief ans Geld noch am gleichen Tag anfing.

Mach das Geld zu einem geliebten Menschen

Stell dir einfach vor, das Geld wäre ein Person, in die du verliebst bist. Schau dir jetzt an, wie es wäre, wenn du diese Person so behandelst wie du das Geld behandelst? Oder wie du dich fühlst, wenn dich die Person so behandeln würde wie du dich vom Geld »behandelt« fühlst?

Das Geld und du. Mache es persönlich. Mache es zu einer Liebesgeschichte. Schreibe deinen Liebesbrief ans Geld und dann wirst du schnell viele Gefühle bekommen.

Mir zum Beispiel schießen fast sofort die Tränen in die Augen, weil ich so berührt bin, wenn ich die unerfüllte Sehnsucht spüre, die seit Generationen in meiner Familie weitergereicht wird. Aber das kann ich erst dann spüren, wenn diese Sehnsucht sich auf einen Menschen bezieht und nicht auf ein Sache über die eh alle schlecht reden. Deshalb hilft mir das enorm. Vielleicht ist es für dich auch hilfreich. Probiere es aus.

Liebesbrief ans Geld – das Vorgehen

Wie gesagt: stell dir das Geld als Person vor und schreibe einen Liebesbrief ans Geld. Dabei kannst du nichts richtig machen. Will sagen: schreibe einfach, was dir in den Sinn kommt. Das Ziel ist es nicht, schöne Worte zu finden und einen hübschen Liebesbrief zu verfassen – auch wenn das Spaß machen kann –, das Ziel ist es, dich ins Fühlen zu bringen. Du sollst fühlen, wie du dich fühlst, wenn du an die Beziehung zur »Person Geld« denkst.

Sobald du das Gefühl hast, hast du einen Orientierungspunkt und kannst damit »arbeiten«.

Arbeiten kann bedeuten:

  • einfach wahrnehmen und zulassen,
  • dir klar zu machen, wie deine Beziehung dazu war, jetzt ist und wie du sie dir wünscht,
  • in den Liebesbrief umwerbende Worte einfließen zu lassen,
  • anders mit dem konkreten Geld umzugehen,
  • die ungünstigen Wahrheiten verändern, die du dabei entdeckst,
  • und vieles mehr.

Bei all den Möglichkeiten, damit »zu arbeiten« sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Aber das wirklich Wichtige ist das Fühlen! Wahrnehmen und Fühlen. Das ist eigentlich alles, was es zu tun gilt. Alles andere geschieht mehr oder weniger von allein.

Für mich bedeutet das: den Liebesbrief ans Geld immer wieder zu lesen und wahrzunehmen, wie ich mich dabei fühle. Und je nach dem wird dann am Brief gebastelt, umformuliert, etwas hinzugeschrieben und so weiter.

Mein Liebesbrief ans Geld ist also nie fertig. Freilich kannst du auch immer wieder einen Neuen schreiben. Wie gesagt: du kannst nichts richtig machen.

Liebesbrief ans Geld – was wird geschehen?

Was genau geschehen wird, kann ich dir noch nicht genau sagen. Wahrscheinlich bei jedem etwas anderes. Ich habe noch zu wenig Feedback von anderen, um verläßlich dazu etwas sagen zu können. Aber meine persönlichen Erfahrungen damit sind super positiv.

Ich habe im Januar 2019 meinen Liebesbrief geschrieben. Seite dem habe ich ihn immer wieder gelesen, ergänzt und umformuliert. Geld ist für mich seit dem fühlbarer geworden. Es hat gefühlsmäßig mehr Dimensionen bekommen: nicht nur die zwei für mich typischen Gefühle der Sorge und der zweitweisen Erleichterung, sondern viele, wirklich viele Gefühle mehr. Und die Freude auf das Geld hat durch das immer wieder Lesen des Liebesbriefes zugenommen.

Hat sich das konkrete Geld vermehrt? Ich denke ja. Ich will da buchhalterisch nicht zu früh Zusammenhänge konstruieren. In einem Jahr weiß ich da mehr. Aber gefühlt steht mehr Geld zur Verfügung. Es gab wirklich positive Überraschungen, die für mich wichtige Aha-Momente waren.

Es gibt so typische Zeiten, bei denen ich immer mit dem gleichen mulmigen Gefühl die Kontoauszüge holen gehe (ich mach das noch altmodisch). Meist sind diese sorgenvollen Momente »der finanziellen Wahrheit« nach einem Urlaub, nach höheren Ausgaben, nach längeren Pausen der Konto-Kontrolle oder so was.

Ich ging also wie immer mit Sorge hin und werde überrascht: absolut keine Sorge nötig. Im Gegenteil: überraschender Weise sollte ich Freude über die positive Konstanz haben. Aber statt die Freude zu genießen, steht eher die Überraschung im Vordergrund.

Das ist mir seit Januar drei, vier Mal widerfahren. Und erst dann habe ich geschnallt, dass sich etwas Grundsätzliches verändert haben muss. So habe ich im Nachgang erst bemerkt, dass ich schon längere Zeit bessere Gefühle zu allem habe, was mit Geld zu tun hat.

Ich gebe mit besseren Gefühlen Geld aus. Und das habe ich erst jetzt durch den Liebesbrief ans Geld bemerkt, dass das früher eben nicht unbedingt der Fall war.

Mir ist klar geworden, dass ich zwar schon immer leicht Geld ausgegeben habe und deshalb fälschlicherweise dachte, ich hätte kein Problem mit Geld. Aber ich habe mich dabei nicht wirklich wohl gefühlt.

Heute weiß ich, dass ich meist Schuldgefühle hatte. »Eigentlich solltest du das Geld nicht ausgeben« hat ein Stimme im Hintergrund gemurmelt. Ich habe es aber trotzdem ausgeben und mich dann ein wenig schuldig gefühlt. Und das ist ein ganz gefährliche Mischung: etwas zu tun, trotz Schuldgefühlen.

Diese Schuldgefühle haben sich deutlich reduziert. Jetzt kann ich das Geldausgeben besser genießen und auch die Freude am Gekauften besser annehmen.

Auch alle »Arbeit«, die Rund um das liebe Geld anfällt, geht mir leichter und freudiger von der Hand. All das habe ich aber erst im Nachgang bemerkt, nachdem ich eben mehrmals diese Aha-Erlebnisse hatte.

Die alten getarnten Gefühle haben sich enttarnt und sich zu besseren Gefühlen verändert.

Jetzt mir Abstand kann ich sagen: der Liebesbrief ans Geld hat mir ganz sicher geholfen, deutlich besser spüren zu können, wie ich mich zu Geld fühle – positiv wie negativ. Meine Beziehung zum Geld hat sich verändert, ist reicher geworden, in dem Sinne, dass es mehr Gefühlszustände in mir auslöst. Es ist jetzt einfach etwas sehr, sehr persönliches. Und das hat für mich offensichtlich positive Auswirkungen.

Kann es das für dich auch? Ich gehe davon aus. Probiere es aus und lass es mich wissen.

Mein Liebesbrief ans Geld

Im folgenden kommt mein Liebesbrief ans Geld. Vielleicht kann er dir ein paar Impulse geben, um anzufangen. Bitte denke daran: du musst es so schreiben, wie es für dich passt. Ich hatte zum Beispiel das Bedürfnis, mich erst entschuldigen zu müssen. Dann habe ich das eben so gemacht. Vielleicht hast du das gar nicht. So ein Liebesbreif wird natürlich immer anders ausfallen, je nachdem wie dein Verhältnis zu Geld gerade ist.

 

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Liebes Geld,

Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich mich endlich bei dir melde. Es ist traurig, dass ich das jetzt erst mache. Es tut mir leid.

Ich weiß nicht, ob du das verstehen kannst, aber obwohl du mir schon lange aufgefallen bist, habe ich mich immer gescheut, dich direkt anzusprechen und dir meine Liebe zu offenbaren. «Über dich spricht man nicht« hieß es immer, deshalb dachte ich, dass es sich auch nicht schickt, direkt mit dir zu sprechen.

Es hieß immer: »Du allein macht auch nicht glücklich« und möglicherweise stimmt das auch, aber ich hab das immer als Ausrede benutzt, mich nicht wirklich auf dich einzulassen, sondern dich stattdessen auf Distanz zu halten. Aus Angst. Nur aus Angst, mich schmutzig zu machen, schuldig, abhängig. Ich war so ein Feigling.

Heute fasse ich all meinen Mut zusammen und schreibe dir diesen Brief. Warum? Weil ich es großartig fände, wenn wir eine gemeinsame Zukunft haben könnten. Ich kann es nicht mehr leiden, dich immer nur aus der hintersten Ecke verstohlen anzustarren. Ich will jetzt endlich meine Schüchternheit ablegen. Dazu riskiere ich es auch, mich zum absoluten Volltrottel zu machen, falls du mir einen Korb gibst. Egal. Ich will mich offenbaren und Dir meine Liebe gestehen.

Ich weiß, eigentlich müsste ich gleich jetzt davon sprechen, wie sehr du mich verzauberst und wie fasziniert ich von dir bin. Das kommt gleich. Versprochen.

Aber ich habe so dringend das Bedürfnis, mich zu allererst bei dir zu entschuldigen! Es tut mir so leid, dass ich dich immer benutze habe. Ich habe dir immer die Schuld gegeben — für wirklich fast alles.

Ging es mir nicht gut genug? Du warst schuld. Habe ich mich minderwertig gefühlt? Du warst schuld. Hab ich mich von der ganzen Welt nicht gesehen gefühlt. Natürlich, du warst schuld.

Ich hab mich mit all meinem Unwohlsein hinter dir versteckt oder dich vorgeschoben. Deshalb konnte ich nie wirklich sehen, warum ich mich so unwohl gefühlt habe, voller Scham, unwürdig und ängstlich. Es war für mich viel einfacher, dir die Schuld zu geben, statt mich meinem Unwohlsein zu stellen und zu sehen und zu spüren, was für ein Mann ich in Wirklichkeit war.

Und da ich so ein Feigling war, habe ich natürlich auch alles geglaubt, was man so über dich erzählt hat, ohne dich je wirklich kennengelernt zu haben.

Nur deshalb habe ich dich, wenn wir uns näher kamen, so schlecht behandelt. Ich bin allen Vorurteilen auf dem Leim gegangen.

Keiner in meinem Umfeld hat je gut über dich geredet. »Pass nur auf, sie wird dein Verderben sein« hieß es immer. Sie haben mir gesagt, du würdest meinen Cha rakter verderben, mich beschmutzen und mich gar zu einem schlechten Menschen machen, wenn ich mich auf dich einlasse. Nicht nur würdest du mich in ein arrogantes hochnäsiges Arschloch verwandeln, sondern darüber hinaus seist Du auch eine Gefahr für jede Freundschaft.

Oh Mann, wie sehr wollte ich dich und hab mich nicht getraut, weil ich dachte, das könnte alles stimmen.

Dabei hätte ich es besser wissen müssen. Denn, obwohl sie alle so übel über dich geredet haben, haben sie doch ganz ungeniert um dich geworben.

Alle haben wirklich alles gegeben, um an dich ranzubekommen. Aber nie waren sie zufrieden. Immer hast du gefehlt, trotz größter Anstrengung. Es sah immer so aus, als ob du allen das Leben einfach nur schwer machst. Schwer, um dich zu bekommen und noch schwerer, wenn sie dich hatten, weil die Angst dich wieder zu verlieren alles bestimmte. Ich vermute, deswegen haben sie nie gut von dir geredet.

Und ich habe das alles bereitwillig geglaubt und mich zurückgehalten. Wie schon gesagt: meine Sehnsucht nach dir war so groß, dass mich meine Angst vor Ablehnung immer wieder übermannt hat und ich dann nur allzu gerne alles glaubt habe, nur damit ich mich nicht aufmachen muss auf die abenteuerliche Reise in dein Herz.

Ich weiß: ab und zu sind wir uns schon auch näher gekommen. Aber ich konnte das nie wirklich genießen. Warum nicht? Weil ich voller Verlustängste war. Damals war ich ein ängstlicher, kleiner Mann und deiner nicht wirklich würdig. Und so wurde es ziemlich merkwürdig zwischen uns: bei dem bisschen, dass ich mit dir hatte, habe ich mich eher unwohl gefühlt, als das ich das hätte genießen können. Die Angst, das Bisschen wieder zu verlieren, das ich jetzt gerade hatte, hat alles ruiniert.

So habe ich es gar nicht erst versucht, mehr von dir zu bekommen. Heute denke ich mir: wie konnte ich nur so dumm sein. Natürlich kann ich völlig verstehen, wenn du jetzt einfach keine Lust mehr auf mich hast.

Heute weiß ich: das alles stimmt natürlich nicht. Es tut mir leid, dass ich das einfach so übernommen habe. Deshalb will ich heute diesen Brief schreiben, um dir zu zeigen, wie wichtig du mir bist und wie gerne ich eine großartige Liebesbeziehung mir dir haben will.

Ich will so gerne die Schmetterlinge in meinem Bauch spüren, wenn ich die Kontoauszüge hole, um zu sehen wie es dir geht. Ich möchte so gerne Freude empfinden, wenn ich den Geldbeutel öffne, um mit dir das Leben zu genießen. Ich liebe es, wenn ich durch deine Augen einen völlig neuen Sternenhimmel sehe, ein Universum voller Möglichkeiten und Chancen.

Mit dir fällt es mir leicht, mich an die Person zu erinnern, die ich wirklich bin: gütig, weise, liebend und stark. Durch dich spüre ich, wie groß mein Herz ist. Lass uns zusammen die Welt erobern. Lass uns der Welt zeigen, was alles möglich ist. Zusammen werden wir Riesen sein.

Ich will es lieben und genießen, dich bei mir zu wissen – ganz nah – und dich mit anderen zu teilen – ganz frei.

Ich will es lieben, wie du zu mir findest. Ich mag es, wenn du mich überrascht und an Orten auf mich wartest, an denen ich dich nie vermutet hätte. Von mir aus gerne auch auf Bäumen. Flatter durch die Haustür, wenn es dir gefällt oder leg dich auf die Straße. Ganz egal, wo auch immer du bist, ich werde dich finden. Du wirst sehen: es wird ganz leicht sein.

Mir gefällt die Idee, die Liebe zu dir als Luxus zu betrachten. Luxus, der mein schönes Leben einfach noch schöner macht. Ich brauche dich nicht. Ich habe gelernt auch ohne dich glücklich zu sein. Aber ich will dich, aus ganzem Herzen. Denn mit dir ist alles einfach noch schöner. Willst du mich auch?

Dein 

Michael Antoni

2 Kommentare

  1. Steffen

    Mir gefällt die Idee von „Liebesbrief an …“. Sie ist übertragbar auf jeden Forschungsgegenstand meines Lebens wie auch der Patient/Klient, bei mir die Musik, die Arbeit etc. Danke für die Anregung.

    Antworten
    • Michael

      Hallo Steffen, das finde ich auch. Diese Art persönlicher Kommunikation mit eher abstrakten Themen führe ich auch gerne gedanklich als eine Art Selbstgespräch. Aber es in einem Liebesbrief aufzuschreiben ist einfach nochmals etwas anders. Die „Beziehung“ wird einfach deutlicher. Danke für deine Anregung.
      Grüße Michael

      Antworten

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