Homöopathie Lektion 2 – Polarität

von 8. Mrz 2017

Polarität bedeutet für uns: Hell und Dunkel, Gut und Böse, Liebe und Hass, Gesundheit und Krankheit. Diese Polarität ist wichtig und notwendig für unser Denken und unsere Erkenntnis. So weit so gut.

Polarität – üblich betrachtet

Die Schwierigkeit entsteht erst, wenn wir den »zweiten Pol« verselbständigen und ihn als eine eigenständige »Kraftquelle« betrachten. Dann sehen wir die Gesundheit als eine »Quelle« und die Krankheit als eine andere »Quelle«, die für sich allein existiert (siehe Lektion 1 – Lebenskraft). Wenn sich Krankheit ausbreitet, dann glauben wir, das ein »zu viel« aus der Krankheits-Quelle herausfließt und die Gesundheit verdrängt. Deshalb erscheint es so, als ob man nun die Quelle der Krankheit finden und schließen müsste, damit die Gesundheit wieder zurück kann. Es ist dies der klassisch mythische Kampf zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel.

Polarität – anders betrachtet

Dabei verstehe ich das Wesen der Polarität anders. Jedes Thema, jedes »Ding«, jede Kraft existiert immer in zwei extremem Polen: anwesend und nicht-anwesend.

Licht existiert als anwesendes Licht – dann ist es hell – und als abwesendes Licht – dann ist es Dunkel. Das heißt: Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht. Dunkelheit ist keine für sich eigenständig existierende Kraft. Dunkelheit ist nur die andere Seite, heißt die abwesende Seite des Lichts. Wenn ich mehr Dunkelheit will, dann suche ich nicht nach dem Schalter, der mehr Dunkelheit erzeugt, sondern ich erhöhe der Widerstand am Dimmer, der dafür sorgt, das nicht so viel Licht »herein kann«.

Es gibt das Gute und die Abwesenheit des Guten, was wir gerne »Böse« nennen. Aber es gibt keine Quelle des »Bösen«. Deshalb kann man auch nie gegen das »Böse« erfolgreich kämpfen, da es für sich alleine nicht existiert. Es gibt nur das Gute, welches verhindert ist, welches nicht zugelassen werden kann. Wird der Widerstand reduziert, welcher das Gute verhindert, dann kommt mehr Gutes hervor und das »Böse« wird weniger.

Es gibt Liebe und verhinderte Liebe, zum Beispiel Hass. Aber es gibt keinen Hass an sich, der aus einer eigenständigen Quelle strömt und die Liebe verpestet. Es ist nur die Höhe des Widerstandes, welche aus der Liebe den Hass erzeugt. Deshalb ist Hass einfach nur Liebe mit ganz viel Widerstand, oder anders formuliert: Hass ist stark verhinderte Liebe.

Eine Thema – anwesend und abwesend – und die Vielfalt dazwischen

Also: eine Sache – zwei Formen – anwesend oder abwesend. Und zwischen den beiden Polen anwesend und abwesend gibt es natürlich viele Schattierungen, die durch die jeweilige Höhe des Widerstandes entstehen. Gesundheit plus kein Widerstand: sehr gesund. Gesundheit plus ein wenig Widerstand: ganz wenig krank. Gesundheit und viel Widerstand: viel krank. Gesundheit und ganz viel Widerstand: ganz viel krank und so weiter.

Für all diese entstandenen Zustände, die durch die jeweilige Höhe des Widerstandes gekennzeichnet sind, haben wir unterschiedliche Namen. So gibt es zwar ein Thema (Gesundheit) mit seinem abwesenden Gegenpol (Krankheit) aber unzählige Erscheinungsformen des Themas durch die unterschiedliche Höhe des Widerstandes.

Am deutlichstes wird das bei den Gefühlen: Ein Gefühl ohne Widerstand ist Liebe oder Freude oder Freiheit oder Wohlsein. Je mehr der Widerstand zunimmt und das eigentliche nicht mehr frei fließen kann, verändert sich der Ausdruck. Hoffnung ist Liebe mit ein wenig Widerstand. Traurigkeit ist Liebe mit mehr Widerstand. Wut ist Liebe mit noch mehr Widerstand. Scham ist Liebe mit ganz viel Widerstand. Apathie ist Liebe mit sehr sehr viel Widerstand.

Es gibt also nur eine Quelle. Und der Widerstand läßt diese eine Quelle in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten.

Polarität: Lebenskraft und Widerstand; anwesend und abwesend

Ein Thema – und das Thema mit mehr oder weniger Widerstand

Wenn wir jetzt etwas verändern möchten, dann ist für uns primär der Widerstand wichtig, der zu den Umständen führt, die wir erleben. Eine Veränderung des Widerstandes führt immer zu einer Veränderung der Umstände – immer. Ein »rumdoktern« an den Umständen ändert die Umstände auch, aber meist nur kurzfristig. Langfristig stabilisieren sich die Umstände sogar oder werden noch unerwünschter.

Fazit: Immer wenn wir etwas nachhaltig positiv verändern möchten, müssen wir einen Weg finden, der es uns ermöglicht, die Höhe des Widerstandes zu verringern.

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