Probleme lösen – geht das wirklich?

von 5. Sep 2017

Die spontane Reaktion bei mir wäre: natürlich! Probleme lösen, das kenne ich. Klar geht das. Habe ich schon erlebt. Aber das, was ich da erlebt habe, war das Verschwinden eines Problems und das Finden einer Lösung. Wie kam es zur Lösung? Darüber, dass ich das Problem gelöste habe? Nein, das glaube ich nicht! Ich glaube, man kann Probleme gar nicht lösen.

Wie gehen wir mit Problemen um?

So wie ich das verstehen, schaut die Vorstellung vom »Probleme-Lösen« für die allermeisten folgendermaßen aus:

  • ich stelle eine Problem fest
  • ich stelle mich dem Problem
  • ich definiere das Problem
  • ich betrachte es von allen Seiten
  • ich versuche die Ursache des Problems herauszufinden
  • ich behebe die Ursache
  • ich hoffe, dass jetzt die Lösung eintritt

Die Lösung für ein Problem sehen wir eigentlich immer im Vermeiden der Ursache. Wenn wir die Ursache ausschalten können, ist das Problem verschwunden. So unser kausales Verständnis.

Kann die Lösung die Abwesenheit des Problems sein?

Das bedeutet aber auch, dass die Lösung eines Problems im Verschwinden liegt – zumindest für die allermeisten. Deshalb erscheint es so wichtig, die vermeintliche Ursache herauszufinden.

Aber kann die Abwesenheit von Unerwünschtem die Lösung sein? Sicher nicht. Die Lösung muss doch die Anwesenheit von Erwünschtem sein.

Ich kann immer nur eine Seite fokussieren!

Ich kann nicht gleichzeitig die Abwesenheit von etwas betrachten und die Anwesenheit von etwas anderem. Das geht nicht. Genau genommen gibt es die Abwesenheit von etwas gar nicht. Alles ist immer da.

Die Frage ist: was – von allem, was ist – mache ich jetzt für mich anwesend.

Es gibt nur die Anwesenheit von etwas. Ihr wisst schon: denkt nicht an den rosaroten Elefanten.

Da es nur die Anwesenheit von etwas gibt, muss ich lernen, das zu fokussieren, was anwesend sein soll.

Wenn ich denke, wie schön es wäre, wenn etwas abwesend wäre, dann mache ich in diesem Augenblick das Unerwünschte anwesend. Dann sage ich: »Komm her du Etwas, das ich nicht will!«

Probleme lösen? Der gleiche Umgang wie mit Krankheit

Das ist die gleiche Sichtweise wie bei Krankheit und Gesundheit. Gesundheit ist für die allermeisten die Abwesenheit von Krankheit. Und dabei fangen wir an, Krankheit als eine eigenständige »Instanz« zu betrachten. Ein »Etwas« das wir suchen müssen, um es loszuwerden.

Ich muss die Krankheit finden, bekämpfen und besiegen, damit ich sie los werde. Und ja, ich muss auch das Problem identifizieren, mich ihm stellen und es besiegen, damit es verschwindet. Muss ich doch, oder?

Ein Problem ist eine verhinderte Lösung

Aber: »Einzig die krankhaft gestimmte Lebenskraft bringt Krankheiten hervor.«, wie Hahnemann sagt.

Das bedeutet: es gibt keine Krankheit an sich, sondern nur Gesundheit, die mehr oder weniger da ist. (Siehe Homöopathie Lektion 1 bis 5)

Übertragen auf unsere Probleme bedeutet das: es gibt das Problem für sich genommen gar nicht. Das Problem ist eine verhinderte Lösung.

Habe ich ein Problem, dann bedeutet das: es gibt eine existierende Lösung, die ich (noch) nicht zulasse.

Das zu verstehen ist enorm wichtig, wenn ich einen anderen Umgang mit Problemen pflegen will. Denn erst, wenn ich das verstehe, kann ich der Idee vertrauen, dass ich nicht das Problem ergrübeln, sondern stattdessen mich um meine Offenheit für die existierende Lösung kümmern muss.

Probleme lösen – eine neue Sichtweise

Eine andere, ungewohnte Sichtweise für die Lösungsfindung wäre:

  • die Lösung ist nie die Abwesenheit des Problems.
  • die Lösung als Thema ist ein Mehrgewinn, ein Potential
  • die Lösung als Vorgang ist die Loslösung von der einengenden Problemsichtweise.
  • Ich kann nichts finden, das ich suche!

Löse dich vom Problem, dann wirst du offen für die Lösung, die du schon längst erschaffen hast.

Wie diese Loslösung von der einengenden Problemsichtweise ausschauen kann, werden wir im nächsten Beitrag  genauer anschauen. Die Homöopathie hat da einen sehr spannenden Ansatz, von dem wir einiges lernen können und der diese abstrakte Idee praktisch untermauert.

Grüße

Michael Antoni Unterschrift

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