Homöopathie Lektion 3 – Selbstorganisation

von 8. Mrz 2017

Homöopathie basiert auf dem Konzept der Selbstheilung und Selbstorganisation. Der Organismus organisiert sich selbst. Die Lebenskraft, die aus dem Gleichgewicht kommt, findet normalerweise wieder in ihr Gleichgewicht zurück. Das bedeutet aber auch, das die Lebenskraft selbst weiß, was Gleichgewicht für sie bedeutet. Dieses Wissen ist in ihr abgelegt.

Das, was für den Organismus Gesundheit bedeutet ist als Wissen im Organismus – und nicht ausserhalb.

Keine Autorität außerhalb weiß, was Gesundheit für mich bedeutet. Einzig in mir ist dieses Wissen abgelegt. (Später werden wir sehen, dass wir dieses Wissen auch selbst erschaffen haben und auch ständig weiterentwickeln. Gesundheit ist für uns nichts statisches, sondern etwas sehr dynamisches.)

Gesundheit ist subjektiv

Gesundheit ist sehr subjektiv. Was für den einen sehr gesund ist, ist für den anderen eher schädlich. Das weiß jeder selbst nur zu genau. Deshalb ist es auch notwendig, dass das Wissen über meine Gesundheit in mir liegt.

Was ist eine gesunde Ernährung? Nun für mich etwas anderes wie für dich. Was ist ein gesundes Schlafverhalten? Was ist ein gesundes Bewegungsmaß? Was ist eine gesunde Beziehung? Wie schaut ein gesundes Sexualleben aus? Und so weiter. Überall suchen wir im Außen nach Experten, die uns sagen sollen, wie es geht. Dabei wissen wir es selbst am besten.

Sicherlich gibt es bei den Fragen Gemeinsamkeiten von genereller Gesundheit. Aber die individuelle Vielfalt entsteht durch uns und so interpretiert jeder Gesundheit auf seine ganz eigene und einzigartige Weise.

Lebendigkeit drückt sich nicht auf eine richtig Art aus, sondern in einer unendlichen Vielfalt.

Du weißt es am besten. Du hast es vergessen? Kein Problem. Dieses Wissen, diese Ahnung kann wieder erinnert werden.

Kennen wir es so?

Hört sich das für dich ungewohnt an? Möglicherweise. Denn die meisten Menschen wachsen nicht in einem Umfeld auf, in dem diese Haltung vorgelebt wird. Im Gegenteil: unsere Kultur ist darauf ausgerichtet, dass das Wissen im Außen zu finden ist. Es gibt immer eine Autorität im Außen, welche uns das Wissen zukommen läßt, dass uns fehlt. Um in den Segen der Wissensvermittlung zu kommen, müssen wir uns freilich nach den Werten richten, welche die Autorität festlegt.

Deshalb ist Homöopathie so anders. Sie entzieht sich dem gesellschaftlichen Hierarchiemodell bei dem das »Wissen« immer von mir hierarchisch übergeordneten Personen kommt: Eltern, Lehrer, Chef, Arzt, Ältere und so weiter. Und es erinnert mich an eine Erfahrung, die mich von Anfang an gedeihen ließ – ich weiß es am besten.

Für viele Eltern, die ihre Kinder homöopathisch behandeln lassen, führt das zu anfänglichen Irritationen. Das Kind wird gesunder, aber es wird auch »frecher«, »ungehorsamer«, »klarer«, »alles-selber-machen-wollender«.

Wieso soll ich es so machen, wie du meinst, dass es für mich richtig ist?

Natürlich habe ich nicht immer Zugang zu diesem Wissen. Je höher der Widerstand ist, je mehr meine Lebenskraft aus dem Gleichgewicht gekommen ist, desto weniger hab ich Zugang zu diesem inneren Wissen. Und in diesem Zustand mag ein Tipp von Aussen schon gut sein. Aber je geringer der Widerstand wird, desto mehr und desto schneller spüre ich, was gut für mich ist und was nicht. Und desto sicherer finde ich die Wege, die mich zu dem Wissen führen, dass ich wissen will.

Also: mein innerer Arzt weiß genau, was für mich Gesundheit bedeutet und wie ich da hinkomme. Ich heile mich selbst.

2 Kommentare

  1. Manuela Willms

    Lieber Michael, danke dass du mich mit deinem Denken und Deinen Worten bereicherst, erfüllst und Zuversicht sendest! Lg Manuela

    Antworten
    • Michael

      Liebe Manuela,
      oh das mach ich gerne – man könnte sagen: ganz egoistisch gerne 🙂
      danke für dein Feedback. Es freut mich sehr, wenn diese Gedanken dich so fühlen lassen. Mich lassen sie auch so fühlen.
      Deshalb ist es so eine Freude, sie zu formulieren und jetzt hier auch dem Blog zu teilen – nicht nur in Praxis mit Patienten oder im Unterricht mit den Schülern, sondern jetzt mit dem World Wide Web. Grins.
      Herzliche Grüße
      Michael

      Antworten

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