Vertrauen! Hast du es?

von 26. Mai 2017

Was ist für mich Vertrauen?

Für mich ist Vertrauen der Glaube, dass sich etwas entwickeln wird, was noch nicht zu sehen ist.

 

Wenn ich den Samen einer Sonnenblume in die Erde einpflanze, dann kann ich die Sonnenblume nicht sehen, aber ich habe Vertrauen, dass der Same aufgehen wird und mit der Zeit eine Sonnenblume zu sehen sein wird.

Ist es hier schwer Vertrauen und Glaube zu haben? Eher nicht. Die meisten haben das oder ähnliches unzählige Male erlebt. Also glauben sie, weil sie wissen.

Kein Vertrauen? Dann Kontrolle!

Was würde passieren, wenn dieses Vertrauen fehlt? Wahrscheinlich würde ich dann ständig das Samenkorn ausgraben und nachsehen, ob jetzt endlich was passiert ist. Würde die Sonnenblume so kommen. Eher nicht. Jetzt ist meine Erfahrung: Samenkörner kann man nicht vertrauen. Sie machen nicht das, was ich mir wünsche. Wie kann ich jetzt die Samenkörner dazu bewegen, dass sie das tun, was ich will, obwohl ich ihnen nicht vertrauen kann?

Immer wenn Vertrauen und Glaube fehlt, fangen wir an, Kontrolle über alles Äußere zu bekommen oder die Kontrolle zu erhöhen:

»O.K. Leben. Ich hab nicht die Kraft des Glaubens. Ich habe nicht die Kraft und die Fähigkeit, etwas zu fühlen, bevor es manifestiert ist. Deshalb brauche ich die Manifestation zuerst, bevor ich mich als Reaktion darauf gut fühlen kann. Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.

Deshalb verlange ich von meiner Regierung, von meinem Partner, meinen Kindern und meinen Freunden, dass sie sich von nun an so verhalten sollen, wie ich es brauche, um mich gut zu fühlen. Wenn sie das machen, dann vertraue ich ihnen.

Da sie das aber oft nicht freiwillig machen, brauche ich noch die Macht und die Position, es von ihnen einfordern zu können. Dazu brauche ich Regeln und Gesetze, die mir helfen all das Erwünschte einzufordern. Es ist die Pflicht der andern, mich gut fühlen zu lassen.«

Kontrolle der Umstände führt immer zur Ohnmacht

Kann das gelingen? Erfahrungsmäßig nicht. Mindestes nicht für mich. Für mich ist das ein schier unlösbares Unterfangen. Da ich früher in vielen Bereichen unsicher und ängstlich war, habe ich gerade da versucht viel Kontrolle zu bekommen (weil ich nicht vertrauen konnte) – und bin eigentlich am Ende immer grandios gescheitert.

Kontrolle des Fokus führt zu Vertrauen

Ist es da nicht leichter, sich darin zu üben, an das zu glauben, was noch nicht zu sehen ist? Das fühlen zu lernen, was noch unsichtbar ist? Etwas fühlen zu können, was man will, noch bevor es die anderen sehen können? Für mich ist das viel leichter. Das ist mein Weg.

Die Umstände passen sich an den Fokus an

Und das »verrückte« ist: mit der Zeit passen sich die Umstände und die anderen um mich herum an dieses Gefühl an. Und dann arrangiert das Leben mir Umstände, die zum Gefühl passen. Da es ja ein erwünschtes Gefühl ist, mag ich die Umstände natürlich. (So läuft das natürlich auch bei unerwünschten Gefühlen).

Das besondere daran ist jetzt: die Umstände sind oft so ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Oft glaube ich, ich bräuchte das oder das, um mich besser zu fühlen. Dann übe ich mich im bessern fühlen und siehe da: die Reaktionen der Menschen und die Umstände gestalten sich ganz anders, als ich sie mir in meiner kleinen Welt und mit meinem begrenzten Vorstellungsvermögen zusammenfantasiert habe.

Das Leben weiß genau, was ich will und hat die viel besseren Ideen, mir meine Wünsche zu erfüllen, als ich es mir je denken könnte.

Ich weiß, was ich will, heißt: ich weiß, wie ich mich fühlen will. Dann erlaube ich der Welt mir das zu geben, was sie bereit ist zu geben und zu meinem Gefühl passt. (Wahrscheinlich stimmt vielmehr die Aussage: Ich erlaube der Welt mir das zu geben, wofür ich bereit bin, es zu empfangen.)

Die Haltung des Gelingens

Das ist die Haltung des Gelingens! Ich gehe grundsätzlich vom Gelingen aus. Ich spüre wie sich das Gelingen zu einem spezifischen Thema anfühlt und übe mich in diesem Gefühl. Jetzt bin ich im Gefühl des Gelingens. Und jetzt erlaube ich der Welt mir – mit dieser gelungenen Haltung – zu begegnen.

Was kontrolliere ich? Die Haltung. Das Gefühl. Meinen Fokus. Was erlebe ich? Ein wunderbares Leben, das mich mit dem versorgt, was zu meiner Haltung passt, meinem Gefühl entspricht, meinem Fokus ähnlich ist.

Win Win

Jetzt geben mir alle das, was sie geben können auf ihre persönliche Art und Weise, genau so, wie es in diesem Augenblick für sie passt. Oder wieder stimmiger formuliert: sie geben mir das, wofür ich bereit bin. Egal was oder wie ich es bekomme, es entspricht und pusht mein Gefühl – in diesem Fall mein erwünschtes Gefühl.

Fühlen sich die anderen kontrolliert? Überhaupt nicht. Sie fühlen sich inspiriert, sich so zu verhalten, dass es ihnen Freude bereitet – und mir auch. Machen sie es für mich? Sicher nicht! Sie machen es für sich! Sie machen etwas, dass sie machen wollen, etwas, wozu sie Lust haben. Bemerken sie, dass es mir gefällt, was sie machen? Klar! Sie sehen die Freude. Jetzt freuen sich alle. Win win!

Wem vertraue ich?

Brauche ich hier das Vertrauen, dass jemand das macht, was ich mir wünsche? Nach dem Motto:

»Ich vertrauen dir! Ich habe dir gesagt, was ich brauche. Jetzt vertraue ich darauf, dass du mir auch das gibst, von dem du weißt, dass ich es von dir brauche. Kann ich dir vertrauen?«

Nein, das brauche ich nicht. Jeder darf machen was er will – zumindest ist das mein Ideal, an dem ich mich orientiere :-).

Worauf baue ich, worauf vertraue ich?

Ich vertraue mir, dass ich das fühlen kann, was noch keiner sieht, dass ich das fühlen kann, was ich fühlen will. Darauf vertraue ich. Ich vertraue mir und meiner Fähigkeit meinen Fokus zu kontrollieren.

Das ist für mich Vertrauen!

Wie seht ihr das? Schreibt dazu gerne einen Kommentar – siehe unten – oder eine Email an@hokuspokusfokus.de

Ganz im Vertrauen

Michael Antoni Unterschrift

4 Kommentare

  1. Bettina

    Eine wirklich wunderbare Seite/ wunderbarer Blog. Mal ganz ehrlich: Der beste, selbstloseste und hilfreichste, den ich kenne! Ich werde den Blog aus tiefstem Herzen weiterempfehlen! Danke!

    Antworten
    • Michael

      Liebe Bettina,
      das ist ja mal ein Kompliment. Vielen Dank.
      Freudige Grüße
      Michael

      Antworten
  2. Mona

    Lieber Michael, seit einem halben Jahr verfolge und studiere ich deinen Blog. Ich möchte dir auf diesem Wege aus tiefstem Herzen danken. Danke für die zahlreichen neuen Inspirationen, Eindrücke und Aha-Effekte. In diesem Sinne
    FEEL GOOD
    Mona

    Antworten
    • Michael

      Liebe Mona,
      danke für dein herzliches Feedback. Es freut mich sehr, dass der Blog für dich Inspiration ist. FEEL GOOD
      Michael

      Antworten

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