Eigene Ziele – hast du keine, wirst du ganz schnell Teil der Ziele anderer.

von 26. Jun 2018

Kennst du das? Bis du dich umschaust hat dich die Dynamik des Alltag vereinnahmt und machst etwas, was du eigentlich gar nicht willst. Irgendwie hineingerutscht. Oder noch schlimmer: du machst etwas, was jemand anders möchte und merkst es erst später, dass dir das nicht gefällt. Zu wissen, was du willst, ist schon sehr vorteilhaft. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, deine Ziele klar und konkret zu definieren, um auf deinem Weg zu bleiben. Es reicht, wenn die Ziel vor Augen »einfach besser fühlen« ist. Mehr darüber in »Eigene Ziele – hast du keine, wirst du ganz schnell Teil der Ziele anderer!« Ich wünsch dir viel Inspiration.

Lesezeit: 3:34 Minuten

Bild: pixabay.com

In der Serie »Kleiner Tipp fürs große Wohlgefühl« gab es letztens Tipp #2 »Was will ich wirklich?«. Dabei klingt schon an, wie wichtig es ist, klar zu wissen, was du willst. Ohne eigene Ziele und Klarheit wirst du ganz schnell vereinnahmt vom augenblicklichen Momentum.

Wenn du dich fragst, was du willst, schärfst du deinen Fokus und richtest ihn auf das Erwünschte aus. Das hilft dir vor allem, wenn du dich unwohl fühlst, um so das unerwünschte Momentum auszubremsen und in eine mehr erwünschte Richtung zu gehen.

Mit der Zeit bist du mit deinen »Händen« immer näher am Momentum und steuerst direkter und absichtlicher deinen Fokus. Das unerwünschte Momentum vereinnahmt dich dann nicht mehr so leicht und wenn doch, dann spürst du es schneller und kannst früher und damit erheblich leichter darauf reagieren.

Eigene Ziele und andere Personen

Neben dem unerwünschten Momentum, dass dich vereinnahmen kann, gibt es natürlich auch andere Personen. Wenn du selbst keine Ziele hast, wirst du ganz schnell Bestandteil der Ziele anderer (siehe »Die vier Säulen der Potentialentfaltung«).

Es gibt immer die lauteren, dominanteren Personen, die dich geschickt begeistern und schnell von ihren Plänen überzeugen. Und wenn du dann nicht weißt, was du wirklich willst, wird es dir schwer fallen, das in genau diesem Moment herauszufinden. Du wirst einfach mitmachen. Vielleicht ist das auch genau richtig für dich, vielleicht aber auch nicht.

Deine Ziele zu kennen, kann dir die Sicherheit geben, dich in solchen Momenten für dich zu entscheiden.

Konkrete Ziele und ihre Schwierigkeiten

Wenn ich hier von Zielen reden, meine ich aber nicht unbedingt, die konkreten Ziele, die auf irgendeiner Liste mit Fünfjahresplan stehen. All diese konkreten Ziele haben ihren Haken!

Auf der eine Seite geben diese Ziele ein Richtung vor – und die ist absolut wünschenswert als Orientierung für den Weg. Aber auf der anderen Seite kommen diese Ziele auch aus einem falsch verstanden Verständnis: mit Erreichen des Ziels wird es mir gut gehen. Kurz formuliert: mir kann es erst gut gehen, wenn das Ziel erreicht wird. Und das ist natürlich falsch!

Wenn es dir auf der Reise zu deinem Ziel nicht gut geht, dann wird es dir mit dem Erreichen des Zieles auch nicht gut gehen – falls du das Ziel überhaupt erreichst.

Mit dieser Art der konkreten Zielsetzung förderst du also eher die Wahrheit, welche Veränderung und Wunscherfüllung verhindert: erst die erwünschten Umstände, dann das Wohlgefühl.

Das zweite Problem mit sehr konkreten Zielen ist: wenn das konkrete Ziel nicht der nächste logisch Schritt ist, wird es schwierig, in der Haltung des Gelingens zu bleiben. Wenn du etwas anvisierst, was weit weg erscheint, ist es fast nicht möglich, nicht zu bemerken, dass es noch nicht erfüllt ist. Das chronische Gewahrsein des Fehlenden macht das Erreichen des Erwünschten unmöglich.

Also: Konkrete Ziele müssen mit sehr viel Achtsamkeit verwendet werden. Wenn sie dir aber dabei helfen, dich durch das Wissen um dein Ziel anderen gegenüber abzugrenzen und bei dir zu bleiben – dann ist das großartig!

Und für viele ist das der Anfang. Wenn ein weit entferntes Ziel –fünfjahreweitentfernt – dir hilft und Sicherheit schenkt, dann stell dir all die Fragen, um deine Zele zu klären.

Das wichtigste Ziel: dich besser fühlen!

Ich persönlich bin kein Freund dieser Art des Zielesetzens aus der Motivationswelt. Ich finde es viel einfacher und wirkungsvoller, sein Ziel in einem Gefühl festzulegen.

Das hat für mich zwei Vorteile:

  1. Ich bleibe damit recht allgemein und umgehe die existierenden Widerstände, die sofort auftauchen, wenn es konkreter wird.
  2. Ich bin sofort im Jetzt und kann mich jetzt um das Gefühl kümmern und muss nicht warten bis irgendetwas irgendwann erfüllt ist.
    Mein »Ziel« ist immer zwei Jetzte weiter erreichbar – also fast sofort.

Wenn mir das Ziel »einfach besser fühlen« wieder in »Fleisch & Blut« übergegangen ist, dann hat das einen riesigen Vorteil. Ich kann mich dann eben auch in den kleinen Alltagssituationen orientieren und mich für mein Bedürfnis entscheiden – das können mir die großen konkreten Ziele schwer geben.

Das bedeutet: das Ziel mich einfach besser zu fühlen, stärkt meine Verbindung zu meinen wichtigen persönlichen und existentiellen Bedürfnissen. Es hilft, zu spüren wer ich bin und wer ich sein will in jedem Augenblick. Und damit erschafft es die wichtige Grundlage für meine Entscheidungen.

»Einfach besser fühlen«. Wenn du das kannst, dich besser zu fühlen – was nicht gleich zu setzen ist mit gut fühlen – dann bedeutet das:

  • Du kannst frühzeitig wahrnehmen wie du dich fühlst!
    Auch wenn das natürlich und normal ist, ist es doch für die allermeisten in ihrem Alltag eine riesige Leistung.
  • Du bist in der Lage dir absichtliche und ungerechtfertigte Erleichterung zu verschaffen.
    Auch wenn das die natürliche Bewegung deines Organismus ist, ist es für die Allermeisten eine riesengroße Riesenleistung.

Das ist alles, was notwendig ist für ein erfülltes und glückliches Leben (siehe »Das Leben ist wie Topfschlagen«). Mit diesen beiden Fähigkeiten wird es für dich normal, eine Entscheidung zu treffen, mit der du dich besser fühlst. Egal, was andere von dir wollen.

Und diese Entscheidung bringt dich immer auf dem Weg des geringsten Widerstandes zu deinen Wünschen und Zielen, auch dann, wenn du von diesen Zielen noch gar nichts Konkretes weißt.

Mach es einfach. Mach es jetzt. Einfach besser fühlen.

 

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