Wohlbefinden – oder darüber, dass du weißt, dass AUA aua ist.

von 6. Jun 2017

Du weißt genau, wie sich gut anfühlt!

 

Deine natürliche Bewegungsrichtung geht immer hin zum Wohlbefinden – immer! Hierfür brauchst du auch niemanden, der dir das erklärt! Alles, was hier auf dem Blog geschrieben ist, all das geschieht ja natürlich, ganz von allein.

Nachhilfe in Gravitation?

Du brauchst ja auch niemanden, der dir erklärt, wie das Gravitationsgesetz funktioniert.

»Kinder passt mal auf: heute gibt es Unterricht in Gravitation! Seht ihr diesen Apfel? Ich lass ihn jetzt los! Was wird jetzt passieren? Oh! Er fällt zu Boden! Merkt euch das gut. Übt das! Nicht das eure Äpfel aus Versehen nach oben fallen.«

Das ist Unsinn. Das wissen wir. Das lernen wir einfach so, dass die Dinge nach unten fallen. Die Lebenserfahrung bringt uns das bei.

Und genau so brauchen wir niemanden, der uns erklärt, dass gute Gefühle gut sind. Das wissen wir. Unser ganzer Organismus funktioniert so. Er stellt ein Unwohlsein fest und versucht ganz automatisch jetzt ein Wohlbefinden herzustellen.

Du weißt genau, was zu tun ist, wenn es Autsch macht

Die natürliche Bewegungsrichtung ist immer zum Wohlbefinden hin. Und deshalb musst du auch keine Übungsgruppe besuchen, in der dir erklärt wird, was du tun musst, wenn du mit deiner Hand auf die heiße Herdplatte fasst.

»Aua! Was soll ich denn jetzt machen? Das ist aber sehr heiß! Au! Gibt es hier irgendwo ein Buch, dass mir erklärt, was ich machen soll und wie lange das andauern kann? Heiße Herdplatten! Autsch! kann mir jemand sagen, was ich tun soll? Hilfe! Irgendwer sollte jetzt etwas unternehmen! Gibt es denn keine Gesetze, die heiße Herdplatten regeln?«

Du brauchst niemanden, der dir erklären muss, dass du die Hände von der Platte nehmen musst, wenn du den Schmerz nicht mehr fühlen willst. Du brauchst niemanden, der dir sagt: höre auf damit, wenn du dich besser fühlen willst!

Das weißt du alles selbst – ganz natürlich. Du musst nicht mal nachdenken. Du ziehst automatisch die Hand weg.

Deine natürliche Bewegungsrichtung ist immer hin zum Wohlbefinden! Du bleibst nicht bei Dingen, die sich schmerzhaft anfühlen, du bleibst nicht bei Unwohlsein! Das ist ein natürliches »Gesetz«! So funktionierst du! Du gehst den Weg der Erleichterung. Du willst dich ganz natürlich einfach besser fühlen.

Warum arbeitest du gegen deine natürliche Bewegung?

Und doch! Und doch lassen wir die Hand auf den heißen Themen-Platten unserer Welt! Fernsehnachrichten? Autsch! Zeitungsnachrichten? Autsch! Meine Fehler? Autsch! Mein großes Problem? Aua! Meine unerfüllten Wünsche? Aua aua aua!

Du spürst genau, wie es schmerzt. Und trotzdem bleibst du dabei! Du ziehst die Hand nicht von der Herdplatte weg. Obwohl es weh tut, bleibst du dabei.

Dein Fokus wandert zu einem Thema und es schmerzt. Und anstelle dem natürlichen Reflex zu folgen und den Fokus wegzunehmen, bleibst du mit dem Fokus auf der Platte. Warum?

Es scheint so zu sein, als ob viele (die meisten) es gelernt haben, den Schmerz auszuhalten. »Was mich nicht umbringt macht mich noch härter!«

Für dein Wohlbefinden opfere ich meines

Warum lernen wir, den Schmerz auszuhalten? Antwort: Damit es einem anderen besser geht. (Siehe die vier Säulen der Potentialentfaltung Teil 1 bis 5)

Damit das Bedürfnis meiner Mutter, meines Vaters, meines Partner oder wem auch immer erfüllt wird, halte ich den Schmerz aus, der entsteht, wenn mein Bedürfnis unerfüllt bleibt. In der Hoffnung, dass meine Eltern – oder wer auch immer – recht behalten und es mir – auch wenn es mir jetzt schlecht geht – später irgendwann einmal gut tun wird. »Lass die Hand auf der Herdplatte! Auch wenn du das jetzt nicht verstehst, wirst du später sehen, dass wir es nur gut mit dir meinen.«

Topfschlagen

Der Weg hin zum Erwünschten ist wie Topfschlagen beim Kindergeburtstag. Auch wenn du nichts sehen kannst, weil deine Augen verbunden sind, so kannst du dich doch auf die Führung verlassen. Heiß – Kalt. Und wenn du dich konsequent Richtung Heiß orientierst, dann findest du immer den Topf mit dem Leckereien. Immer. Ausnahmslos.

Aber wenn du nicht mehr auf deine Führung hörst und weiter in die falsche Richtung gehst, obwohl es immer kälter wird, dann kannst du nicht zum Erwünschten kommen. Niemals.

»Aber Mama, in der Richtung ist kein Topf für mich!«

»Ich, ich, ich! Kind, du musst endlich lernen, nicht immer als erstes an dich zu denken. Vergiss die natürliche Richtung zu deinem Wohlbefinden. Lerne endlich als erstes an die anderen zu denken und deren Wohlgefühl. Vor allem natürlich an meines!«

Was brauchst du?

Wie gesagt: du weißt genau, wie sich heißer und kälter anfühlt. Du brauchst keinen, der dir das erklärt.

Was du brauchst, ist jemanden, der dir die Erlaubnis gibt, wieder in Richtung »Heißer« zu laufen, auch wenn andere wollen, dass du in Richtung »Kälter« zu laufen hättest.

Du brauchst jemanden, der dich darin bestärkt, dass du die Hand vom Herd nehmen darfst.

Du brauchst jemanden, der dich darin unterstützt, dass es in Ordnung ist, wenn du dich gut fühlen willst.

Du brauchst jemanden, der dich ermuntert, deiner natürlichen Bewegungsrichtung zu folgen.

Du weißt alles. Aber du traust dir nicht. Also brauchst du jemanden, der dich daran erinnert, dass du dir selbst vertrauen kannst.

Verzichte auf die Anerkennung der anderen und lass den Giftbecher stehen.

Es erscheint so, als ob es eine gesellschaftliche Verpflichtung wäre, die Hand auf der Herdplatte zu lassen. Und es erscheint so, als ob die Leistungsgesellschaft Preise verteilen würde im Wettkampf »Wer hält Schmerz am längsten aus?«

Wie viel Gift kann jemanden schlucken, ohne daran zu sterben? Alles klar, so viel. Dann Schlucke ich es jetzt, denn ich weiß ja, es bringt mich nicht um. Und die anderen sind dann ja so stolz auf mich.

»Früher oder später wirst du sehen, dass es gut für dich war!« Wirklich?

Was sagt dir dein Blick in deine Erfahrung? Sind die Versprechen der Gesellschaft oder die deiner Eltern eingelöst worden? Hat es sich ausgezahlt, den Schmerz auszuhalten? Hat es sich gelohnt, erst an die anderen zu denken, anstatt an dich? Bekommst du denn jetzt das, was du dir erwünscht hast? Ist denn alles mit der Zeit besser und leichter geworden? War es wirklich gut für dich? Oder wartest du noch immer?

Hoffst du immer noch auf ein Happy End, auch wenn die Reise bescheiden ist?

Wie kannst du das bekommen, was du dir erwünscht, wenn du gegen deine natürliche Bewegungsrichtung arbeitest?

Erlaube dir selbst Erleichterung

Erlaube dir Erleichterung. Trink das Gift nicht, nur weil es dich nicht umbringt und alle anderen sich einen Schluck gönnen. Lass die Tasse stehen und gehe stattdessen spazieren. Damit hilft du dir viel mehr, als du ahnst.

Erlaube dir, wieder deinen natürlichen Weg zu gehen. Fühle dich einfach besser. Nimm die Hand von der Herdplatte, auch dann, wenn dir alle erklären, dass du dich der Realität stellen musst, den Kopf nicht in den Sand steckten darfst und den Schmerz aushalten musst, um die Probleme zu lösen, da sie das ja nicht von allein tun. Erlaube dir unberechtigte Erleichterung. Fühle dich einfach besser.

Michael Antoni Unterschrift

3 Kommentare

  1. Lisa Marie

    Aua – den Artikel habe ich empfohlen. Danke dafür!

    EINES könnte sich ausgezahlt haben an schmerzhaften Erfahrungen, die ich durchstehen wollte: das Instrumentieren unter wideren Umständen. Die Frage bleibt: wäre heute noch toller, wäre ich den smoothen Weg gegangen? Wäre das Spielen heute per se noch viel befreiter?
    Was meinst Du?

    Antworten
    • Michael

      Hi Lisa Marie,
      die schmerzhaften Erfahrungen haben sich auf alle Fälle ausgezahlt: nicht nur das „Instrumentieren unter widern Umständen“, sondern auch die vielen Ideen, die vielen Wünsche, Visionen und Potentiale, die alle nur deshalb entstanden sind. Mindestens total „eingezahlt“.
      Zu deiner Frage: ich glaube, es wäre nicht noch toller.
      Im Gegenteil, wenn du jetzt den smootheren Weg gehst, wird es um so toller. Alles was du mal verloren hast, gefällt dir um so toller, wenn du es wieder gefunden hast. So sehe ich das zumindest.
      Das Essen schmeckt mir einfach um so köstlicher, je länger ich Hunger habe. Aber muss ich deshalb fast verhungern, um das Essen genießen zu können? Ich jedenfalls nicht.

      Und vielen Dank für die Empfehlung!

      Köstliche Grüße Michael

      Antworten
    • Iris

      Lieber Michael. Dein Blog -Aua- hatte mich zum weinen gebracht. Traf voll in mein Herz. Weil ich mich genau in dieser Situation befinde und nicht herauskommen kann. Suche nach Lösung und niemand kann mir dabei Helfen. Bin über 5 Jahren in einer fester Beziehung. Hatte im Dez.19 ein Burnout und während 3 Monaten harter Arbeit bin ich wieder voll in der Arbeitswelt intergriert und erlangte zudem über 15 Kg weniger Gewicht, was mir ein super tolles neues Lebensgefühl bescherte. Ich bin ein neuer Mensch geworden. Während meiner Erholungsphasen verliebte ich mich in meine Therapeutin. Es passierte gegenseitig-wir beide sind in festen Beziehungen. Ich leide tagtäglich an dieser Situation sodass es mich innerlich regelrecht zerreisst ein unglaublicher Sehnsuchtsschmerz muss ich täglich über mich ergehen lassen. Ich weiss nicht weiter oder getrau die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen oder möchte nichts kaputt machen. Glücklich bin ich seit ich mich verliebt habe nicht mehr. Ist Dein Blog ein Zeichen für mich? Wer/Was/Wie kann mir damit weiterhelfen um zu zeigen wie es weitergehen soll. Seit ich den Kontakt zur Therapeutin abgebrochen habe bin ich innerlich sehr traurig.

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