Telefonbuch vorlesen – Workout of the week #3

von 2. Jun 2017

Aus dem Telefonbuch vorlesen! Was soll das denn? Ja, ich weiß, hört sich albern an, ist vielleicht auch albern, wer weiß – aber es ist klasse. Es hilft enorm.

Ziel

Wie immer: Widerstand reduzieren, Loslassen, Gedanken beruhigen, Druck rausnehmen, entspannen, chillen, offenen werden und so weiter. Egal wie wir es nennen, am Ende steht immer: einfach besser fühlen. 

Wenn du nochmals nachlesen magst, warum es die WoWs gibt, nur zu: Zwei Dinge die dein Leben verändern.

Ablauf

  • Einmal pro Tag nimmst du dir
  • eine Auszeit von drei Minuten,
  • schnappst dir ein Telefonbuch
  • und liest dir laut vor.

Wenn der Rahmen es nicht zulässt, dann liest du dir leise vor, so das deine Lippen sich bewegen. Also mindestens flüstern. Das ist wirklich wichtig, denn sonst geht die Konzentration zu schnell flöten und du bleibst in deinem Gedanken-Hamsterrad gefangen und Telefonbuch vorlesen nützt nichts.

Zeitpunkt

So wie »Get ready to be ready« super geeignet ist, es gleich morgens nach dem Aufstehen zu machen, so ist WOW #3 Telefonbuch vorlesen bestens geeignet für einen Break im Tagesgeschehen. Also die kleine »erleichternde Albernheit« für Zwischendurch.

Alternativen

Wer keine Telefonbücher greifbar hat, sollte irgend etwas anderes »sinnentleertes und langweiliges« finden. Der Duden oder ein Lexikon wäre auch denkbar.

Der Text muss deine Konzentration einfordern, darf dich aber nicht beschäftigen mit Themen, über die du dann nachdenkst.

Hintergrund

Es ist einfach eine andere Art der Meditations-Idee. Dein Geist wird jetzt beruhigt über eine Aufgabe.

Gib deinem Geist eine Aufgabe, bei der er konzentriert sein muss, aber nicht in einen Problem-Lösungs-Modus verfällt. Das beruhigt ihn und führt dazu, das die »Was-mache-ich-falsch-und-wieso-ist-es-wie-es-ist-Gedanken« nicht gedacht werden können. Und das ist gut so.

Selbst wenn du währenddessen denkst: »Was für einen Blödsinn mache ich da!?«, so denkst du nicht die verhindernden Muster, die du sonst so befeuerst. Es ist garantiert hilfreich.

Wichtig ist das laute Vorlesen. Es benötigt das richtige Maß an Konzentration, das den Geist festhält und ihn nicht wandern lässt.

Hört sich vielleicht albern an, ist aber super effektiv.

»After Workout Routine«

Nach dem »Workout« spürst du in dich und nimmst war, wie du dich fühlst: Um wie viel leichter? Die Erleichterung ist garantiert.

Wenn du dich nicht leichter fühlst, bist du beim Vorlesen abgeschweift zu deinem üblichen Gedanken-Stream.

Das bedeutet:

  • entweder brauchst du einen anderen Vorlesestoff, der deine Konzentration mehr einfordert
  • oder du musst konzentrierter vorlesen.

Wird der WoW korrekt ausgeführt, ist Erleichterung garantiert. Bei jedem macht sich diese Erleichterung unterschiedlich bemerkbar, je nach dem, wie der Zustand vorher war.

Erleichterung ist prozessorientiert

Nochmals zu Erinnerung: Erleichterung ist nicht zu verwechseln mit »sich gut fühlen«. Erleichterung bedeutet »sich besser fühlen«. Du kannst dich immer noch schlecht fühlen, aber eben nicht mehr so schlecht, wie zuvor.

Wenn jemand in den drei Minuten oder danach ein wenig wütend wird und sich über die bescheuerte Übung aufregt, dann ist das gut, wenn sich die Person vorher überfordert, gestresst, ängstlich, schuldig oder ähnlich gefühlt hat.

Leichter fühlen heißt nicht: sich gut fühlen, sondern: sich besser fühlen. Und sich besser fühlen ist immer relativ. Es ist prozessorientiert und nicht absolut.

Und jeder dieser »Workout of the Week« hat immer das Ziel der prozessorientierten Erleichterung. Denn das bedeutet immer: es ist ein Schritt in die richtige Richtung – richtig für die Person, die den WoW gemacht hat.

Und darum geht es mir: um den einen Schritt in die richtige, weil erleichternde Richtung.

Vergiss die großen Sprünge, die dann doch nicht geschafft werden. Konzentriere dich stattdessen auf die kleinen Schritte, die natürlicherweise aufeinander folgen wollen und dich sicher zum Erwünschten führen. Viel schneller als du dir das vorstellen kannst.

Dauer

Mindestens eine Woche und einmal am Tag. Natürlich kannst du es auch mehrmals täglich machen, aber einmal am Tag muss es sein.

Danach – also nach den sieben Tagen – kannst du dir überlegen, wie du es zwischendurch einsetzen kannst. Lieber öfters als gedacht, denn es ist wirklich eine großartige Unterbrechung.

Also viel Spaß beim Telefonbuch vorlesen. Lass mich wissen wie du es erlebt hast. Entweder öffentlich in einem Kommentar oder privat mit einer E-Mail an&hokuspokusfokus

Mit Mut zur Albernheit

Michael Antoni Unterschrift

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