Wunsch – Kuss der Morgenröte oder Schlag in die Magengrube

von 19. Sep 2017

Ist für dich ein Wunsch wie ein verheißungsvoller Kuss der Morgenröte oder eher wie ein Schlag in die Magengrube?

 

Die entscheidende Frage bei einem Wunsch ist: Wie fühle ich mich, wenn ich an den Wunsch denke? Denn das Erwünschte gibt es für dich zweimal: anwesend und abwesend (siehe Homöopathie Lektion 2 Polarität).

Wünsche bereiten meist Unwohlsein

Die Wahrscheinlichkeit, dass du die Abwesenheit des Erwünschten im Fokus hast, ist sehr groß. Warum? Weil ein Wunsch für etwas steht, das nicht da ist. Wir hätten gern, dass sich der Wunsch erfüllt, aber erst einmal ist er unerfüllt.

Und das bedeutet für den typischen reagierend-wiederkäuenden Beobachter (also für fast alle): ein Wunsch ist etwas, was nicht da ist.

(siehe Artikel über das Wiederkäuer-Phänomen)

Wenn ich jetzt also an den Wunsch denke, dann denke ich an ein mir wichtiges Thema, welches zur Zeit nicht anwesend ist. Und dann fühle ich Unwohlsein.

Irgendeine Form des Unwohlseins ist für die allermeisten Menschen das begleitenden Gefühl zum Wunsch.

Das könnte natürlich auch anders sein. Ich kann mir ja auch vorstellen, wie es wäre, wenn der Wunsch sich erfüllen würde. Schwupsdiwups würde sich ein Wohlgefühl einstellen – irgendeins.

Aber als reagierend-wiederkäuender Beobachter ist es eben so, dass sich das Gefühl einstellt, welches zu den realen Umständen passt. Immer schön ehrlich bleiben. Und wenn da aktuell etwas fehlt, dann fühlt es sich nicht gut an.

Deshalb: ein Wunsch wird begleitet von Unwohlsein – für die allermeisten.

Die Vermehrung der Abwesenheit des Erwünschten

Deshalb sind so Aussage wie: »du musst an deine Wünsche denken, dann werden sie sich erfüllen« aus so schwierig zu nehmen.

Obwohl die Aussage an sich richtig ist, wird sie doch als falsch erlebt.

»Hallo, ich denke die ganze Zeit ein meinen Wunsch, das mein Partner wieder zu mir zurückkommt. Tut er aber nicht.«

Fühlt sich diese Person wohl, wenn sie an ihren Partner denkt? Nein, dieser Wunsch ist verbunden mit einer schmerzlicher Sehnsucht, die sie in die Knie zwingt. Der Schlag in die Magengrube. An welchen Partner denkt sie also? An den Abwesenden.

»Ich denke den verdammten Tag lang an Geld. Heilige Scheiße. Den ganzen Tag. Und was passiert? Nix, das Geld wird immer weniger. Was soll der Mist mit dem daran denken und selbst erschaffen.«

Fühlt sich diese Person wohl, wenn sie an den Wunsch mehr Geld zu haben denkt. Offensichtlich nicht. Auch sie denkt nicht an das Geld, das anwesend ist, sondern an das Geld, das abwesend ist. Und das lässt sie unwohl fühlen (Sorgen, Ängste, Panik …)

Beide denken an die Abwesenheit dessen, was sie sich wünschen. Und dann

  • wird die Abwesenheit des Wunsches aktiviert und verstärkt.
  • kann das Erwünschte nicht kommen.
  • kommt nur mehr von der Abwesenheit: noch mehr Geld, das dir fehlt, noch mehr Zeit ohne deinen Partner.

Wie fühlst du dich, wenn du an deinen Wunsch denkst?

Deshalb die Frage: wie fühlst du dich, wenn du an den Wunsch denkst?

Diese Frage, so einfach und banal sie auch sein mag, ist super wichtig.

Nur über das Gefühl kannst du feststellen, auf welcher Seite des Wunsches du stehst: auf der abwesenden oder anwesenden?

Und erst, wenn dir wirklich klar ist, wie du dich fühlst, machen die realen Umstände für dich Sinn.

Nur das Wohlgefühl führt zum Erwünschten

Wieso kommt nicht mehr Geld? Weil du dich beim Gedanken an Geld unwohl fühlst. Und wenn du schon beim Wunsch an mehr Geld ein Unwohlsein hast, wie soll dann mehr Geld kommen. Die Abwesenheit ist aktiv und deshalb vermehrt sich die Abwesenheit.

Das anwesende Geld fängt an, sich zu vermehren, wenn du zu deinem Wunsch ein angenehmes Gefühl entwickelst. Das Gefühl zum Wunsch nach mehr Geld reicht schon. Dieser Wunsch muss sich gut anfühlen. Und länger als ein mal eine Minute.

Das wäre der erste und wichtigste Schritt der Arbeit. Wenn dir das gelingt, dann wirst du sofort bemerken, wie sich etwas ändert.

Der nächste (fortgeschrittene) Schritt wäre dann, ein grundsätzlich besseres Gefühl zum Thema Geld zu bekommen.

Irgendwann solltest du freudige Gefühle haben, wenn du eine Rechnung bekommst. Das wird nicht gleich klappen, aber an den Gefühlen, die auftreten, wenn die Rechnung hereinflattert, kannst du sehen, wie du augenblicklich zum Thema Geld stehst.

Du erlebst, was du fühlst

Also: fühlt sich für dich dein Wunsch an wie ein verheißungsvoller Kuss der Morgenröte. Wie ein Versprechen in eine baldige Erfüllung? Kannst du dich freuen auf etwas, dass bald sein wird? Kannst du dich jetzt freuen, obwohl es erst morgen da sein wird.

Oder brauchst du als reagierend-wiederkäuender Beobachter erst den erfüllten Wunsch, bevor du dich gut fühlen kannst?

Wie fühlst du dich, wenn du an deinen Wunsch denkst? Das ist die entscheidende Frage, welche dir erklärt, warum du erlebst, was du erlebst. Denn du erlebst, was du fühlst.

Grüße aus dem Berliner Forschungs- und Trainingszentrum für Gefühlsonautik

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