Wunscherfüllung – Lob und Anerkennung! Wirklich?

von 29. Sep 2017

»Hör zu: wenn du dich anstrengst und das jetzt schaffst, dann erfülle ich dir einen Wunsch!«

 

Kennst du das? Wie oft hast du das in irgendeiner Form in deiner Kindheit gehört? Wie oft hörst du das noch heute? Es ist ja wirklich nett gemeint, und sicher ist es ein tolle Sache, Erfolge zu feiern und sich etwas zu gönnen. Aber ist dir klar, welche Folgen diese Verknüpfung von Belohnung und Wunscherfüllung hat?

Die Kehrseite der Wunscherfüllung als Belohnung

Die offensichtliche Kehrseite ist: wenn du keine Belohnung verdient hast, dann wird auch kein Wunsch erfüllt.

Und das ist wirklich ein Drama! Denn jetzt stehst du da, betrachtest deine Lebenswünsche, deine dir wichtigen Dinge, die sich noch nicht erfüllt haben und auch die wichtigen Dinge, mit denen du tagtäglich frustriert ringst, weil sie sich stur weigern, sich in die erwünschte Richtung zu bewegen.

Da stehst du nun und fragst dich: warum? Und deine Antwort ist: weil ich es nicht verdiene!

Schuld und Scham bei unerfüllten Wünschen

Irgendwo tief in dir schlummert ein Schuldgefühl, das automatisch entsteht, wenn sich Wünsche lange nicht erfüllen.

Das glaubst du nicht? Dann erinnere dich doch an eine Situation, bei er du ein Bedürfnis geäußert hast, einen kleinen Wunsch, und das Bedürfnis aber nicht erfüllt wurde. Wie bist du mit der Frustration umgegangen?

Ich kann dir sagen, wie die meisten sich danach fühlen: schuldig (siehe Wut – das tabuisierte Gefühl). Sie fühlen sich schuldig und falsch. »Was stimmt nicht mit mir?«

Und sie schämen sich! Mit der Schuld kommt die Scham. Und mit der Scham kommt die Zurückhaltung. »Ich werde meine Wünsche für mich behalten.« Überhaupt: »Ich werde mir nichts mehr wünschen, dann werde ich nicht enttäuscht.«

Schuld und Scham verhindern die Wunscherfüllung

Egal, ob bei dir das Gefühl von Schuld und Scham bei unerfüllten Wünschen dramatisch stark ausgeprägt ist oder nur latent schlummert. Diese Gefühl verhindert, dass sich dein Wunsch erfüllen kann.

Dieses Gefühl ist der einzige Grund, warum sich dein Wunsch nicht erfüllt. Dein Wert, deine Falschsein, deine Faulheit – all das hat damit nichts zu tun.

Kein Wunsch kann sich erfüllen, wenn du dich schuldig fühlst. Aus diesem Schuldgefühl heraus kreierst du so viele Wahrheiten, welche dir erklären sollen, warum sich der Wunsch nicht erfüllt und warum gerade du nicht würdig bist.

Durch diese selbsterrichtete Mauer kann nichts und niemand hindurch – absolut nichts. Das einzige, was hindurch kann, sind die vielen Beweise für deine Wahrheit. Die dürfen einreisen. Jedes Erlebnis, welches deine Schuld und die Scham auslöst und bestätigt, darf in dein Leben. Alles andere muss draussen bleiben.

Die Falle

Deine Wünsche erfüllen sich nicht, weil du glaubst, dass die Erfüllung ein Belohnung ist, die von aussen erlaubt werden müsste. Gibt es jetzt einen unerfüllten Wunsch, dann mutiert er zu einem Beweis deiner Unwürdigkeit. Was für eine Falle! Kannstdunichtsmachen.

Die Ironie

Die Ironie ist: das Ziel des Lebens ist nicht die Erfüllung von Wünschen, sondern die Entstehung von Wünschen.

Das Wünsche unerfüllt sind ist ein natürlicher Zustand eines sich ewig entwickelndes Lebens (siehe »Unerfüllte Wünsche? Kein Grund traurig zu sein!«). Die allermeisten deiner Wünsche sind noch unerfüllt. Die allermeisten deiner Wünsche, die du in diesem Leben (und in all den vorherigen) produziert hast, kennst du nicht einmal. Der allergrößte Teil von dir ist eine riesige Ansammlung von Wünschen (du weißt schon: der Schöpferwirbel) von denen du gar nicht weißt, dass du sie hast.

Du fühlst also Schuld und Scham für etwas, dass völlig normal ist. Aber genau diese Schuld und Scham verhindern jetzt, dass das passiert, was ebenfalls völlig normal ist: die Erfüllung.

Die Erfüllung eines Wunsch ist das Normalste auf der Welt und sie hat gar nichts, absolut gar nichts mir Leistung, Lob und Anerkennung zu tun. Nix. Nullkommanix.

Mach dir einen Gefallen und lass das.

Du willst dir was gönnen. Na dann gönn dir was. Warum? Weil es schön ist! Nicht weil du es verdient hast. Lass diese »Ich-habe-es-mir-verdient«-Rechtfertigung (siehe »das Problem mit Rechtfertigungen«).

Es geht hier nicht um das »Verdienen«. Denn dein Wert und deine Würde müssen nicht verdient werden, sie sind unantastbar und stehen und standen nie zur Debatte.

Die einzige Leistung, die hinter dem Erfüllen von Wünschen steht, ist die Leistung, deinen Fokus auf das Erwünschte zu richten. Ist das schwer? Ja und nein! (siehe »zwei Dinge, die dein Leben verändern?«)

Du bist wertvoll, weil du Wünsche entstehen lässt

Ist das Leben stinkig mit dir, wenn du dir selbst im Weg stehst und so deine Wunscherfüllung selbst verhinderst? Überhaupt nicht. Das Leben liebt dich bedingungslos. Und dein Wert für das Leben besteht vor allem darin, dass du Wünsche entsteht lässt. (siehe auch »Ein Loblied auf die Frage«) Und das passiert automatisch, dass kann niemand verhindern – nicht einmal du!

Was passiert, wenn das Leben dich bedingungslos liebt, du dich aber nicht bedingungslos liebst? Dann fühlst du dich schlecht. Wenn du dich schlecht fühlst (weil zum Beispiel Wünsche sich nicht erfüllen) dann bedeutet das nur, dass du dich nicht wertschätzend betrachtest, obwohl das Leben, dein höheres Selbst, deine Quelle und Alles-was-ist das die ganze Zeit macht.

Dir ist gar nicht klar, wie wichtig du bist.

Mit einem Loblied auf deine Wichtigkeit!

Michael Antoni Unterschrift

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